Erstellt am 07. Juni 2012, 08:01

Pilotprojekte für Berufsheer werden konkreter. Die Vorbereitungen für die Pilotprojekte zur Erprobung eines Berufsheeres laufen auf Hochtouren. Der Versuch soll 411 statt wie bisher geplant 350 Systemerhalter umfassen.

Einer der insgesamt drei Versuche sieht vor, dass das Bundesheer in sechs ausgewählten Liegenschaften auf den Einsatz von Grundwehrdienern für Hilfstätigkeiten in Küchen, Kantinen, Büros, beim Wachdienst und als Kraftfahrer verzichtet. Der Versuch soll 411 statt wie bisher geplant 350 solcher Systemerhalter umfassen, erfuhr man aus dem Verteidigungsministerium .Sie sollen u.a. durch die Streichung von Aufgaben, durch Überstandspersonal und Leiharbeiter ersetzen werden. Spätestens in der zweiten Jahreshälfte soll der Versuch in mindestens zwei Liegenschaften starten.

Reduziert werden die Systemerhalter in der Khevenhüller-Kaserne in Klagenfurt, im Ministerium an der Roßauer Lände selbst, im Amtsgebäude Franz Josefs Kai, im Kommandogebäude General Körner in Wien, am Truppenübungsplatz Seetaler Alpe sowie in der Starhemberg-Kaserne in Wien, in der die Führungsunterstützungsschule und Teile des Militärkommandos Wien untergebracht sind. In der Starhemberg Kaserne wird dabei nicht mehr nur die Führungsunterstützungsschule ohne Grundwehrdiener arbeiten, sondern die gesamte Liegenschaft.

Ersetzt werden sollen die Funktionssoldaten durch Überstandpersonal, Militärpersonen auf Zeit, Leiharbeiter sowie durch technische Maßnahmen und indem bestimmte Aufgaben einfach gestrichen werden. So wird etwa der Absperrposten zur Wahrung der sogenannten "äußeren Sicherheit" am Truppenübungsplatz Seetaler Alpe durch eine Sicherungsanlage ersetzt. Die Anlage wird laut Ministerium rund 250.000 Euro kosten. Damit könne man auf rund 33 Rekruten, die für diese Aufgabe im Jahr eingesetzt werden, verzichten, rechnet man im Ministerium vor.

Ziel des Ministerium ist es jedenfalls, spätestens in der zweiten Jahreshälfte in mindestens zwei der ausgewählten Liegenschaften im Betrieb ohne Grundwehrdiener auszukommen. Spätestens mit 1. Jänner 2013 soll in allen sechs Liegenschaften der Betrieb ohne Funktionssoldaten laufen.