Erstellt am 18. November 2011, 12:44

Polizei bittet Bevölkerung um Mithilfe. Fast täglich hat die Polizei im Burgenland in den vergangenen Wochen über Aufgriffe von illegalen Grenzgänger berichtet. Allein im Bezirk Oberwart wurden in einem Monat 77 Personen ohne gültige Reisedokumente angehalten, weshalb die Polizei nun die Bevölkerung um Mithilfe bittet.

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"Die Leute machen zwar Wahrnehmungen, scheuen sich aber davor, uns zu kontaktieren. Da wir momentan dieses Problem mit den illegalen Grenzgängern haben, bitten wir die Bevölkerung, lieber einmal zu viel anzurufen", so Fritz Wurglits, Leiter des Kriminaldienstes Oberwart.

Gründe für den "rapiden" Anstieg in den vergangenen Wochen gebe es mehrere, meinte Wurglits: "Wir glauben, dass der Kontrolldruck auf der Original-Balkanroute erhöht wurde und dass die Schlepper nun auf den Süden ausweichen." Auch das Wetter spiele eine Rolle: "Erfahrungsgemäß können wir sagen: Sobald es zu schneien beginnt, wird es weniger. Aber momentan warten vermutlich noch tausende Leute, die heuer noch rauf wollen", erklärte der Kriminaldienst-Leiter.

Das Problem sei mit dem ersten Schnee allerdings nicht gelöst, sondern würde nur verdrängt werden. "Und unser Ziel ist nicht die Verdrängung, unser Ziel ist, dass wir die Schlepper dingfest machen", sagte Wurglits.

Genau deshalb wolle man versuchen, den Schleppern so rasch wie möglich das Handwerk zu legen. Dafür brauche man aber auch die Unterstützung der Bevölkerung. "Uns geht es darum, wenn Leute nicht ins Ortsbild passen, dass 133 gewählt wird und wir verständigt werden. Interessant ist, aus welchem Auto steigen die Geschleppten aus. Farbe, Marke, Type und am besten auch noch das Kennzeichen zu notieren, wäre für uns ideal. Auch die Fahrtrichtung ist wichtig."

Bisher wurden die illegalen Grenzgänger, die vermutlich von organisierten Schlepperbanden nach Österreich gebracht wurden, in den Gemeinden Markt Neuhodis, Schachendorf, Unter- und Oberwart sowie in Großpetersdorf aufgegriffen. "Die meisten Geschleppten kommen aus Afghanistan und Pakistan. Auffällig ist, bisher, dass viele Jugendliche dabei waren", so Wurglits. Alle 77 aufgegriffenen Personen waren männlich und maximal 30 Jahre alt.

Hinweise nimmt die Polizei unter der Notrufnummer 133 "dankbar" entgegen. "Die Angaben werden selbstverständlich streng vertraulich behandelt. Auch anonyme Anrufe sind möglich", versicherte der Leiter des Kriminaldienstes Oberwart.