Erstellt am 13. Januar 2012, 17:42

Polizei hob Drogenbande aus. Einer Drogenbande, die im Burgenland und Wien Cannabisanbau im großen Stil betrieb, hat die Polizei das Handwerk gelegt. Als Köpfe der Bande gelten ein 52-jähriger gebürtiger Burgenländer mit Wohnsitz in Wien und ein 29-Jähriger aus dem Bezirk Neusiedl am See.

Im Oktober des Vorjahres hatten für sieben Verdächtige die Handschellen geklickt. Fahnder stellten damals 41 Kilo Cannabisblüten im Straßenverkaufswert von rund 412.000 Euro sicher, zog die Sicherheitsdirektion Burgenland am Freitag in einer Aussendung Bilanz über den Fall. Für einen der zwei mutmaßlichen Haupttäter hatten schon 2002 bei der damals größten Sicherstellung von Marihuana in Österreich die Handschellen geklickt.

Als Köpfe der Bande gelten ein 52-jähriger gebürtiger Burgenländer mit Wohnsitz in Wien und ein 29-Jähriger aus dem Bezirk Neusiedl am See. Die Mittäter - ein 51-jähriger Firmenchef und ein 52-jähriger Elektriker aus dem Nordburgenland sowie ein 64-jähriger Pensionist und ein 45-jähriger Akademiker aus Wien -  sollen ihnen Häuser und Grundstücke zur Aufzucht und zum Trocknen von Cannabispflanzen zur Verfügung gestellt haben.

In einem von mehreren Häusern des Unternehmers wurde eine große Menge Cannabisblüten sichergestellt, so ein Ermittler vom Landeskriminalamt Burgenland zur APA. Im Haus des 52-Jährigen Elektrikers im Bezirk Neusiedl wurden die Pflanzen aus den Plantagen zum Trocknen aufgelegt und für den Verkauf hergerichtet. Ein Grundstück des Pensionisten in Wien-Hernals in nobler Umgebung habe ebenfalls als Produktionsstätte und Lager gedient.

Auch ein Akademiker und Pädagoge mischte beim Drogenanbau mit: Er soll an der Aufzucht von 3.800 Pflanzen beteiligt gewesen sein, die in einem Keller in Wien-Margareten entdeckt wurden. "Die waren noch nicht in der Blüte", so der Ermittler. Mit von der Partie war auch noch ein Gärtner: Der 44-jährige Ungar war in der Plantage fürs Schneiden und Gießen der Pflanzen zuständig. Als die Fahnder im Oktober des Vorjahres in Wien und im Burgenland zuschlugen, entdeckten sie insgesamt 42 Kilogramm Blüten. "Die wären an Weiterverkäufer gegangen", so der Kriminalist.

"Die Haupttäter schweigen eisern", hieß es von der Polizei. Für den 29-Jährigen hatten die Handschellen auf offener Straße geklickt. Er wurde in Wallern (Bezirk Neusiedl am See) festgenommen, als er mit zwei Kilo Cannabisblüten im Auto unterwegs war. Er und der 52-Jährige befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft. Ihre Komplizen wurden mittlerweile frei gelassen und warten auf ihren Prozess.

Der 52-Jährige war bereits vor zehn Jahren als Betreiber großer Marihuanaplantagen polizeibekannt: Drogenfahndern gelang 2002 mit weit über 100 Kilogramm die bis dahin größte Sicherstellung von Marihuana im Freien in Österreich. Auch als einige Jahre später in Wien in einem Keller eine Plantage mit Tausenden Pflanzen entdeckt wurde, war der Mann wieder mit von der Partie. Nach einer mehrjährigen Haftstrafe wurde er schließlich 2010 auf Bewährung entlassen. "Der hat noch ein paar Jahre offen", so ein Ermittler. Auch der 29-Jährige war für die Polizei längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Er war ebenfalls auf Bewährung frei gekommen.