Erstellt am 17. Dezember 2012, 15:45

Polizei stellte Schlepper. Beamte des Landeskriminalamts Burgenland und der ungarischen Komitate Györ und Vas hatten seit längerem eine Schlepperbande aus Serbien im Visier. Am Sonntag klickten in Ungarn für zwei Verdächtige die Handschellen. Zwei Komplizen flüchteten.

Sie dürften sich in ihr Heimatland abgesetzt haben, berichtete die Landespolizeidirektion Burgenland am Montag. Die Organisation hatte sich auf die Schleppung von Personen aus Afghanistan, Pakistan und Somalia spezialisiert. Ihre Mitglieder übernahmen die Geschleppten, die auf der "Balkan-Route" - über die Türkei und Griechenland sowie Mazedonien nach Serbien gebracht wurden, im Raum Subotica. Von dort aus brachten Fußschlepper die Migranten über die Grüne Grenze nach Ungarn.

Dort wurden die am Sonntag Festgenommenen aktiv und fuhren mit den illegalen Grenzgängern in Kastenwägen, in die bis zu 25 Personen verfrachtet wurden, Richtung Österreich. Nach dem illegalen Grenzübertritt setzten sie die Fremden meist in den Bezirken Oberpullendorf, Oberwart und Güssing ab und überließen sie ihrem Schicksal. Die Geschleppten ließen sich dann von der Polizei aufgreifen und stellten Asylanträge.

Für die Schleppung von Griechenland nach Österreich forderte die Bande laut Polizei pro Kopf etwa 2.500 bis 4.000 Euro. Die Festgenommenen bekamen von dieser Summe jeweils einen Anteil von bis zu 300 Euro. Den vier verdächtigen Serben im Alter von 32 bis 46 Jahre werden neun Schleppungen zur Last gelegt, bei denen insgesamt 192 Personen nach Österreich gebracht werden sollten.

In manchen Fällen konnte die ungarische Polizei Fahrten unterbinden. Die beiden Festgenommenen sitzen in Ungarn in Untersuchungshaft.