Erstellt am 18. Dezember 2012, 14:29

Problem-Monat Dezember - Österreichweit fast ein Viertel mehr Delikte. Zu keiner anderer Jahreszeit werden in Österreich so viele Straftaten begangen wie rund um Weihnachten.

 |  NOEN, Clemens Fabry
Auch insgesamt steigen die angezeigten Straftaten von Jahr zu Jahr. Dies ergab die Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage, die der Salzburger Nationalratsabgeordnete Johann Maier (S) an das Innenministerium gerichtet hatte. Demnach wurden im Dezember 2011 österreichweit 51.583 Delikte angezeigt. Das ist um 6,4 Prozent mehr als im Jahr 2010 und zugleich um fast um ein Viertel (23,6 Prozent) mehr als im Durchschnitt der Monate Jänner bis November.

Für Johann Maier besonders auffällig ist die sprunghafte Zunahme von Betrugsfällen im Dezember, nämlich plus 52,4 Prozent gegenüber den übrigen elf Monaten. Dies sei wohl eindeutig auf das kontinuierliche Anwachsen von Online-Betrügereien zurückzuführen, so der Nationalratsabgeordnete. "Mich sorgen zudem die Zahlen zum Thema Jugendkriminalität. So verzeichnete die Polizei im Jahr 2010 67 Raubüberfälle, während im Dezember 2011 bereits 108 Jugendliche Räuber angezeigt wurden", erklärte Maier bei einer Pressekonferenz in der Stadt Salzburg.

Auch die Entwicklung von Gewalt in den Familien sei alles andere als beruhigend, so Maier. Laut Innenministerium sind 2001 538 Fälle, 2010 704 Fälle und 2011 schon 766 Fälle zur Anzeige gebracht worden. "Gerade bei innerfamiliären Gewaltdelikten darf man auf die Dunkelziffer nicht vergessen. Man kann davon ausgehen, dass nur ein kleiner Teil der Gewaltanwendungen tatsächlich polizeilich gemeldet wird."

Zurück zum Problem-Monat Dezember, da verzeichnen die Statistiker in der Steiermark den größten Anstieg von angezeigten Straftaten, nämlich plus 15,6 Prozent von 2010 auf 2011, gefolgt von Niederösterreich mit einem plus von 11,5 Prozent. Im Vergleich der Landeshauptstädte zwischen dem Dezember 2010 und dem Dezember 2011 liegt Innsbruck mit plus 33,3 Prozent vor St. Pölten mit 30,1 und Eisenstadt mit 27 Prozent. Am niedrigsten ist die Dezember-Steigerung an Straftaten mit knapp 2 Prozent in Wien, wobei die Bundeshauptstadt mit 18.733 "weihnachtlicher" Straftaten in absoluten Zahlen natürlich unangefochten an der Negativ-Spitze liegt.

Laut Maier gibt es ein generelles Daten-Defizit zum den Themen "Motive und soziologische Hintergründe" von Straftaten. "Nur wenn solche Daten wissenschaftlich erarbeitet werden, lässt sich politisch seriös gegensteuern. Der allzu simple Ruf nach höheren Strafen ist eindeutig nicht zielführend", so Maier abschließend.