Erstellt am 18. April 2012, 12:50

Prozess gegen BMW-Bande: Angeklagter durch Aussagen belastet. In Eisenstadt ist am Mittwoch der Prozess gegen zwei mutmaßliche Mitglieder der "BMW"-Bande fortgesetzt worden.

Der Gruppierung werden zahlreiche Diebstähle teurer Fahrzeuge der Marken Audi und BMW angelastet, die ab Sommer 2010 im Burgenland, Wien, und der Steiermark verübt wurden. Angeklagt sind ein 37-jähriger und ein 45-jähriger Ungar, denen 30 beziehungsweise 20 Autodiebstähle vorgeworfen werden. Zunächst wurde der 37-Jährige befragt, den mutmaßliche Komplizen beziehungsweise Bekannte von Gefängnisaufenthalten in ihren Aussagen belastet hatte.
 
Zum Auftakt wurde ein weiteres mutmaßliches Bandenmitglied als dritter Angeklagter in die Verhandlung einbezogen. Ihm warf der Staatsanwalt neun vollendete und vier versuchte Autoeinbrüche vor, die er im Zeitraum von 27. Juli bis 11. September 2010 im burgenländischen Seewinkel begangen haben soll.
 
Die Vorsitzende des Schöffensenats, Birgit Falb, konfrontierte danach den 37-Jährigen zunächst mit Ermittlungsergebnissen aus teilweise länger zurückliegenden Delikten. Nach einem versuchten Pkw-Diebstahl 2003 in Linz sei in dem Fahrzeug ein "Schlüsselrohling" mit DNA-Spuren des Angeklagten gefunden worden. Ein solcher Schlüssel werde zum Starten eines Autos benutzt, nachdem die zur Inbetriebnahme notwendige Software eingespielt wurde.
 
"Das ist eine Lüge", erklärte der Angeklagte: "Es ist nichts überspielt worden." Er habe lediglich die Tür aufgebrochen und einen CD-Player aus dem Fahrzeug genommen. Nach neun Jahren könne er sich im Übrigen nicht mehr erinnern, welches Werkzeug er dabei verwendet habe.
 
Beim Versuch, im September 2010 in Wien einen BMW zu stehlen, sei es auch zu einer Schussabgabe durch die Polizei gekommen, schilderte die Richterin. Der 37-Jährige wurde durch die Aussage eines mutmaßlichen Komplizen belastet, außerdem habe die Täterbeschreibung eines Zeugen auf ihn gepasst. Der Angeklagte wies dies zurück und erklärte, dass man dem Komplizen bei dessen Befragung wohl die Worte in den Mund gelegt habe.
 
Ein in Graz-Karlau inhaftierter Ungar schilderte per Videokonferenz, was er von einem Bekannten aus Gefängnistagen erfahren habe: Dieser habe ihm im Herbst 2010 erzählt, dass die drei im laufenden Prozess Angeklagten "immer wieder nach nach Österreich kommen und bestimmt Autos stehlen würden." Ein Haus in Rust solle dabei als Unterkunft gedient haben, um teure Autos zu finden, die man stehlen könne.
 
Für den heutigen Prozesstag war zunächst noch die Befragung eines Ermittlers geplant. Eine weitere Vertagung zeichnete sich jedoch aufgrund neuer Beweisanträge und der umfangreichen zu erörternden Details ab.