Erstellt am 17. November 2011, 15:41

Prozess um Beischlaf mit einer Zwölfjährigen - Verhandlung vertagt. Wegen Beischlaf mit einem zwölfjährigen Mädchen ist am Donnerstag in Eisenstadt ein heute 18-jähriger Burgenländer vor Gericht gestanden.

 Die Tat soll im Frühsommer 2009 verübt worden sein, die Anklage lautete auf schweren sexuellen Missbrauch. Nach Einvernahme der Zeugen unter Ausschluss der Öffentlichkeit vertagte sich der Schöffensenat unter Vorsitz von Richterin Andrea Rosensteiner: Auf Antrag der Verteidigung soll ein psychologisches Gutachten zur Frage der Glaubwürdigkeit des Opfers eingeholt werden.
 
 "Es gab geschlechtliche Handlungen zwischen dem damals 15-jährigen Angeklagten und der damals zwölfjährigen Zeugin", so die Staatsanwältin in ihrem Anklagevortrag. Der 18-Jährige sei nicht geständig. Der Verteidiger des Burgenländers bestritt eine Schuld seines Mandanten: "Selbst ein Beischlaf, der nicht mit Gewalt erzwungen worden ist, hat nicht stattgefunden", erklärte der Jurist.
 
Wegen erlittener seelischer Schmerzen machte die Rechtsanwältin des Mädchens für ihre Mandantin 500 Euro geltend und begründete dies mit psychischen Auswirkungen: "Sie hat seelische Probleme." Die mittlerweile 15-Jährige leide an Alpträumen, Schlafstörungen und neige auch zum Alkoholkonsum.
 
Es habe auch den Versuch gegeben, ihre Mandantin zu beeinflussen: "Es wird versucht, sie mundtot zu machen", erkläre die Juristin. Der Angeklagte habe es irgendwie "geschafft, die ganze Clique gegen das Mädchen mobil zu machen." Das wies der Verteidiger des 18-Jährigen "mit Entschiedenheit" zurück.
 
Der Verteidiger ortete zeitliche Ungereimtheiten: Zunächst hätten sich die Vorwürfe auf den Sommer 2009 bezogen. Dann habe das Mädchen plötzlich als Datum den 25. April 2009 genannt, an dem sich der Angeklagte zur operativen Behandlung in einem Grazer Spital befunden habe. "Das Beweisverfahren wird ergeben, dass hier dem Angeklagten keine Schuld zur Last zu legen ist", erklärte der Verteidiger.
 
Die Befragung sämtlicher Zeugen und die Vorführung des Videos über die Befragung des Mädchens fanden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Im Hinblick darauf, dass der Angeklagte nicht geständig sei, werde das Beweisverfahren in dem Fall sehr umfangreich zu führen sein, hatte die die Richterin die Entscheidung begründet.