Erstellt am 11. April 2016, 13:02

von APA/Red

Prozess um tödlichen Verkehrsunfall mit Arbeitskollegen. Ein Verkehrsunfall, bei dem im August 2015 in Baumgarten (Bezirk Mattersburg) ein 20-jähriger Arbeitskollege ums Leben gekommen ist und zwei weitere Fahrzeuginsassen zum Teil schwer verletzt worden sind, hat am Montag für den 25-jährigen Lenker ein gerichtliches Nachspiel gehabt.

 |  NOEN, Erwin Wodicka (Erwin Wodicka)
Der Mann, der bei dem Unfall leicht verletzt wurde, wurde nicht rechtskräftig zu zwölf Monaten bedingt verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt warf dem 25-Jährigen das Vergehen der grob fahrlässigen Tötung und der fahrlässigen Körperverletzung vor. Er soll am 31. August um 4.30 Uhr in einer lang gezogenen Linkskurve mit 117 statt der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h von der Fahrbahn abgekommen sein. Der Mann bekannte sich vor Gericht schuldig, verwies aber darauf, dass der Getötete auch eine gewisse Mitschuld gehabt hätte.

Wagen überschlug sich mehrfach

Der Angeklagte wollte an jenem Montagmorgen mit einem Kollegen zwei weitere Mitarbeiter im ungarischen Sopron auflesen und mit in die Arbeit nach Steinabrückl (Bezirk Wiener Neustadt-Land) nehmen. Das spätere Todesopfer verschlief jedoch, weshalb der 25-Jährige aufs Gas stieg und schneller als erlaubt unterwegs war. Bei einer Kontrolle der Polizei beim Grenzübergang in Schattendorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) gurteten sich alle an. Das spätere Todesopfer und ein Kollege, der schwer verletzt wurde, gurteten sich jedoch wieder ab - ohne dass der 25-Jährige es merkte.

In der Linkskurve kam es schließlich zu dem Unfall. Ein Bus kam dem Mann entgegen. Er lenkte nach rechts aus, geriet aufs Bankett und verlor die Kontrolle über das Fahrzeug. Der Wagen überschlug sich mehrmals, die beiden nicht angegurteten Männer wurden aus dem Fahrzeug geschleudert. "Es tut mir wirklich sehr leid, dass das passiert ist", beteuerte der Angeklagte. Er wollte nur gefällig sein.

Reumütiges Geständnis als Straf-Milderungsgrund

Einzelrichterin Birgit Falb wertete das reumütige Geständnis, den ordentlichen Lebenswandel und die eigene leichte Verletzung als mildernd. Außerdem sah auch sie ein Mitverschulden der Opfer, weil sie nicht angegurtet waren. In Anbetracht der leichten Verletzungen des Lenkers und des weiteren Mitfahrers, der angegurtet war, meinte Falb:

"Er könnte vielleicht jetzt noch leben". Erschwerend wertete sie das Zusammentreffen von drei Vergehen. Der Angeklagte muss außerdem 1.000 Euro symbolischen Trauerschaden an die Mutter des Getöteten zahlen. Der 25-Jährige nahm das Urteil an, der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.