Erstellt am 01. Juli 2015, 21:43

Prozess um Wiederbetätigung in Eisenstadt. Die "Nazikeller-Affäre" rund um eine Dokumentarfilm-Szene, die ein "gemütliches Beisammensein" in einem mit NS-Devotionalien gespickten Keller im Bezirk Mattersburg zeigt, hat am Donnerstag ein Nachspiel

Umstrittene Szene aus Ulrich Seidls Film "Im Keller"  |  NOEN, (STADTKINO FILMVERLEIH)
Jener 58-Jährige aus dem Bezirk Mattersburg, in dessen Keller der Dreh stattfand, muss sich im Landesgericht Eisenstadt wegen Wiederbetätigung nach Paragraf 3g des Verbotsgesetzes verantworten.

Die Hauptverhandlung findet vor einem Geschworenensenat statt. Der Prozess ist bis 20.00 Uhr angesetzt. Neun Zeugen sind geladen, unter ihnen ist auch der Regisseur Ulrich Seidl. Nach Bekanntwerden der Kellerszene, die Teil von Seidls im Vorjahr erschienenem Streifen "Im Keller" ist, hatte die Staatsanwaltschaft auch gegen vier weitere Beteiligte ermittelt. Das Verfahren gegen sie wurde eingestellt. Der 58-Jährige hat den gegen ihn erhobenen Vorwurf zurückgewiesen und betont, er sei bloß ein "Sammler".