Erstellt am 10. Dezember 2010, 14:13

Raab soll für Fische grenzüberschreitend passierbar sein. Nach Problemen mit der Wasserqualität der Raab beschloss die Österreichisch-Ungarische Gewässerkommission 2007, Maßnahmen zur Verbesserung der ökologischen Situation zu ergreifen. Eine solche stellt auch das Projekt "Open Wehr" dar, das am Freitag in Jennersdorf präsentiert wurde.

Im Rahmen des Projekts soll die Raab von Ungarn über das Burgenland bis in die Steiermark wieder durchgängig für Fische passierbar gemacht werden. In das Vorhaben werden beiderseits der Grenzen insgesamt rund zwei Millionen Euro investiert.

"Ziel ist es, die Fischpassierbarkeit für das gesamte Einzugsgebiet der Raab entsprechend der Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie zu erreichen", so der burgenländische Agrarlandesrat Werner Falb-Meixner. Gleichzeitig soll auch der Hochwasserschutz verbessert werden. Zu diesem Zweck werden in Ungarn, der Steiermark und dem Burgenland bestehende Wehranlagen an der Raab umgebaut sowie Altarme reaktiviert und Fischaufstiege geschaffen.

Geplant sei der Umbau der Wehranlagen in Szentgotthard beziehungsweise Alsoszölnök auf ungarischem Staatsgebiet sowie auf österreichischer Seite in Neumarkt an der Raab nahe Jennnersdorf und im steirischen Hohenbrugg. "Der große Vorteil des Projektes liegt in der erstmalig gemeinschaftlichen Betrachtung der Raab. Früher sah jeder Projekt-Partner nur seinen Abschnitt des Flusses", so Falb-Meixner. Durch die Zusammenarbeit soll die Isolierung der Fischpopulationen wesentlich reduziert und die Qualität der Raab erhöht werden.

Die Kosten von rund zwei Millionen Euro teilen sich laut Angaben aus dem Büro des Agrarlandesrates die Projektpartner Ungarn und Österreich. Zum Österreich-Anteil steuert die EU rund 850.000 Euro bei, 150.000 Euro kommen vom Bund.