Erstellt am 18. Juni 2013, 13:33

Rapid hievt verurteilten Ultras-Chef in Kommission. Im Zusammenhang mit den gewalttätigen Ausschreitungen von Rapid-Fans am Wiener Westbahnhof vom 21. Mai 2009 sind am Dienstag 22 Urteile des Straflandesgerichts bestätigt worden.

Das Wiener Oberlandesgericht (OLG) hat die Strafberufungen der wegen Landfriedensbruchs schuldig erkannten Fußball-Anhänger verworfen. Das bedeutet, dass Ex-Ultras-Chef Oliver P. 14 Monate im Gefängnis verbüßen muss.

Für die Rädelsführer - neben Oliver P. fasste ein zweiter Anführer zehn Monate unbedingt aus - bedürfe es des Vollzugs der Freiheitsstrafen, hielt der vorsitzende Richter Werner Röggla fest. Die restlichen Männer kassierten Strafen zwischen elf Wochen auf Bewährung und neun Monaten teilbedingt.

Wie der Rekordmeister mit dem damit bereits mehrfach rechtskräftig vorbestraften Oliver P. umgeht, wirkt einigermaßen irritierend. Statt sich von dem 30-Jährigen zu distanzieren, wurde er nämlich vom SK Rapid in eine Reformkommission berufen. Sein Verteidiger Marcus Januschke legte im Justizpalast ein Schreiben vor, demzufolge der 30-Jährige von Rapid-Präsident Rudolf Edlinger persönlich in diese Funktion gehoben wurde.

Die 14 Personen umfassende Kommission, der neben Edlinger auch Ex-Präsident Günter Kaltenbrunner und der ehemalige Trainer und Sportdirektor Ernst Dokupil angehören, soll Vorschläge erarbeiten, "wie die Struktur und damit verbunden auch die Satzung des Rekordmeisters so verändert werden kann, dass der SK Rapid den Ansprüchen der nächsten Jahrzehnte gerecht werden kann", wie auf der Homepage des Vereins nachzulesen ist.

Das Gremium war Anfang Juni das erste Mal zusammengetreten. Er habe sich zu diesem Zweck "aus der vordersten Organisation der Fan-Gruppe zurückgezogen", ergänzte sein Rechtsbeistand.

Laut nunmehr rechtskräftigem Urteil hat sich Oliver P. in führender Funktion an den Ausschreitungen am Westbahnhof beteiligt, indem er Dutzende Rapid-Anhänger anfeuerte und dirigierte, die von einer Auswärtspartie in Linz heimkehrende Austria Wien-Fans in Empfang nehmen wollten. Bei der Strafbemessung war eine einschlägige Vorstrafe erschwerend: Der Ex-Ultras-Capo war nach gewalttätigen Ausschreitungen bei einem Auswärtsmatch in Kapfenberg bereits einmal wegen Landfriedensbruchs verurteilt worden.