Erstellt am 21. Juli 2011, 13:34

Razzia im Mai bei Grasser-Schwiegermutter. Auch die Schwiegermutter von Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser, Marina Giori-Lhota, hat vor kurzem unliebsamen Besuch bekommen. Wie das Wirtschaftsmagazin "Format" berichtet, wurde Giori-Lhotas "Moserhof" in Aurach bei Kitzbühel Ende Mai von Ermittlern der Soko Constantia und Beamten des Landeskriminalamts Tirol auf den Kopf gestellt.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft Wien, Thomas Vecsey, bestätigte das dem Magazin: "Es stimmt, dass eine Hausdurchsuchung bei Marina Giori-Lhota stattfand." Ende Mai hatte es im Finanzstrafverfahren gegen Grasser an zahlreichen Privat- und Firmenadressen in Wien, Kärnten und Tirol Hausdurchsuchungen gegeben.

Ins Visier der Behörden gelangte die Schwester von Clanchef Gernot Langes-Swarovski und zweitgrößte Anteilseignerin der Swarovski-Gruppe erst durch Grassers Aussagen vor Staatsanwalt Gerald Denk, so das Magazin. Angesprochen auf 500.000 Euro, die er als Finanzminister Ende 2006 über eine Briefkastenfirma in den umstrittenen Hypo-Group-Deal von Tilo Berlin steckte, gab Grasser an, dass er das Investment für seine Schwiegermutter erledigt hatte. Die hat das allerdings nie bestätigt und wollte die Aussagen ihres Schwiegersohns gegenüber dem Staatsanwalt nicht kommentieren, so das "Format".

Die Razzia sollte Antworten liefern, bis die Ergebnisse aber bei Staatsanwalt Denk liegen, werde es noch eine Weile dauern. Die Auswertung der sichergestellten Unterlagen soll von Swarovski-Anwälten mit allen Rechtsmitteln blockiert werden, schreibt das Magazin.

Laut "Format" vorliegenden Berichten von Nationalbank, Polizei und Staatsanwaltschaft taucht der Name Marina Giori-Lhota immer häufiger im Zusammenhang mit Grasser auf. Nicht nur beim Hypo-Investment, sondern auch in anderen Angelegenheiten. So kommt Grassers Schwiegermutter unter anderem in einem Nationalbank-Prüfbericht über die Meinl Bank vor.