Erstellt am 09. Juni 2011, 11:57

Regenmengen wie nur alle 30 Jahre. Überaus außergewöhnlich waren die Niederschlagsmengen, die am Mittwoch im Zuge der schweren Gewitter im Osten Österreichs gemessen wurden. Wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Donnerstag berichtete, hat es allein in der Wiener Innenstadt rekordverdächtige 40 Millimeter in nur einer halben Stunde geregnet - und das gleich zweimal.

"Mit solchen Regenmengen in so kurzer Zeit ist hier nur etwa alle 30 Jahre zu rechnen", zeigte sich Klimatologe Alexander Orlik beeindruckt. Insgesamt fielen in der Wiener City in 24 Stunden 84 Liter Regen pro Quadratmeter. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen Juni sind es 63 Liter pro Quadratmeter - und zwar verteilt über den gesamten Monat.

Doch auch im Wein- und Waldviertel hat es innerhalb kurzer Zeit sehr intensiv geregnet. In Allentsteig zum Beispiel innerhalb einer Stunde 45 Liter pro Quadratmeter. "Auch das ist ein Niederschlagsereignis, das wir nur etwa ein Mal alle 30 bis 40 Jahre erwarten", so Orlik. An der ZAMG-Station Tulln-Langenlebarn waren es immerhin noch 38 Liter/m2 (davon 25 Liter/m2 innerhalb einer Stunde). Die Südsteiermark blieb von den Gewittern ebenfalls nicht verschont. In der Nacht auf Donnerstag fielen im Raum Feldbach binnen zwei Stunden etwa 40 Liter pro Quadratmeter.

Rein meteorologisch gesehen waren die gestrigen Unwetter ein wahrer Glücksfall. Da nämlich bei Gewittern zwar sehr große Regenmengen anfallen, diese aber nur sehr lokal, könne man von "Glück" reden, wenn man die Niederschlagsmengen direkt messen könne, hieß es in einer ZAMG-Aussendung. "Dazu muss der Schwerpunkt des Gewitters nämlich direkt über eine Messstation ziehen - und das kommt gar nicht so oft vor", erklärte Orlik. So wurden zum Beispiel an der Wiener Messstation Mariabrunn nur rund zehn Liter/m2 gemessen, in Unterlaa waren es sogar nur zwei Liter/m2.