Erstellt am 23. Mai 2012, 12:38

"Rote Karte" für vier Badegewässer. Der diesjährige Bericht der EU-Kommission zur Qualität der Badegewässer zeigt drei Seen und einem Flussbad in Österreich die "rote Karte". Dabei handelt es sich auch um den Römersee bei Wiesen und den Zicksee bei Sankt Andrä.

baden im see schwimmen see badesee  |  NOEN, BilderBox.com / Erwin Wodicka (www.bilderbox.com)
Wie aus der am Mittwoch veröffentlichten Studie hervorgeht, erfüllten die vier heimischen Badegewässer 2011 nicht die von der EU vorgeschriebenen Mindestkriterien in Hinblick auf E.Coli-Bakterien. Dabei handelt es sich um den Römersee bei Wiesen, den Zicksee bei Sankt Andrä (Burgenland), das Langenloiser Flussbad am Kamp () und um den Turnersee bei Sankt Primus (Kärnten). EU-weit hat sich die Qualität der Badegewässer weiter verbessert.

Im Vergleich zu den anderen EU-Staaten schneidet Österreich weiter gut ab: 98,5 Prozent der heimischen Badegewässer erfüllten die von der EU vorgeschriebenen, verpflichtenden Standards. Dies ist ein leichter Rückgang von 0,4 Prozentpunkten gegenüber 2010. Dafür stieg die Zahl jener Gewässer, welche die strikteren, freiwilligen EU-Standards einhielten, im selben Zeitraum von 69,0 Prozent auf 83,5 Prozent.

1,5 Prozent von insgesamt 267 untersuchten heimischen Badegewässern, verfehlten die verpflichtenden Qualitätskriterien. 2010 hatten von der EU-Kommission nur drei österreichische Badeseen eine "rote Karte" bekommen. Wie bereits 2010 mussten keine Badeseen in Österreich gesperrt werden. Das Langenloiser Flussbad verfehlte seit 2004 die EU-Vorschriften, einzige Ausnahme war das Jahr 2007.

Erfreut über den Bericht zeigte sich Gesundheitsminister Alois Stöger (S): "223 Badegewässer haben 2011 die höchste Qualität aufgewiesen und damit die blaue Markierung erhalten - deutlich mehr als im Jahr davor." Unter http://www.badegewaesser.ages.at könne jeder die aktuellen Messergebnisse aller Badegewässer online abrufen.

Insgesamt überprüfte die EU-Kommission 22.374 Küsten- und Binnengewässer in den EU-Staaten sowie in der Schweiz, in Kroatien und in Montenegro. EU-weit erfüllten 2011 92,1 Prozent der Badegewässer in der Europäischen Union die in der Badegewässerrichtlinie festgelegten Mindeststandards. 77,1 Prozent wiesen eine exzellente Wasserqualität auf, sie hielten die strengsten Leitwerte ein. Dies bedeutet nach Angaben der EU-Kommission eine Verbesserung um 3,5 Prozent. 93,1 Prozent der Badegewässer an den Küsten wurden als "ausreichend" eingestuft. Weniger als zwei Prozent der Badegewässer erfüllten die Anforderungen nicht.

Exzellente Ergebnisse erzielten nach Angaben der EU-Kommission die Badegebiete in Zypern, Kroatien, das 2013 der EU betreten soll, Malta und Griechenland. Dort hätten mehr als 90 Prozent der Badegewässer die strengsten Leitwerte erfüllt. Am anderen Ende der Skala stünden die Niederlande, Bulgarien, Lettland, Luxemburg und Belgien, deren Binnengewässer nur zu einem geringen Anteil die strengen EU-Leitwerte erfüllen, erklärte die Kommission. In Spanien, Italien und Portugal weisen laut dem Bericht mehr als 80 Prozent der Badeorte eine ausgezeichnete Wasserqualität auf.

EU-Umweltkommissar Janez Potocnik betonte, dass sich die die Qualität der Badegewässer in der EU seit 1990 erheblich und auch im vergangenen Jahr noch weiter verbessert habe. Die EU-Mindeststandards erfüllt auch der Serpentine Lake in London, in dem bei den diesjährigen Olympischen Spiele mehrere Wettbewerbe ausgetragen werden, unter anderem das Freiwasser-Langstreckenschwimmen und das Schwimmen im Rahmen der Triathlonwettkämpfe.