Erstellt am 28. August 2015, 17:38

Rotes Kreuz rüstet sich für nächste Flüchtlings-Welle. In den nächsten Tagen werden bis zu 7.000 Flüchtlinge an den österreichischen Grenzen erwartet. Hotspot wird einmal mehr die Gegend um Nickelsdorf sein. Deswegen rüstet sich das Rote Kreuz für ein intensives Betreuungswochenende.

 |  NOEN, ÖRK / Tobias Mindler
Aufgrund der prognostizierten hohen Anzahl von Flüchtlingen, die in den nächsten Tagen im Norden des Burgenlandes die Grenze überschreiten werden, fährt das Rote Kreuz Burgenland seine Strukturen für Katastrophenhilfe hoch. Damit stehen innerhalb kurzer Zeit personelle und materielle Ressourcen zur Verfügung.

„Wir haben unsere Schnelleinsatzgruppen im ganzen Burgenland alarmiert“, schildert Geschäftsführer Thomas Wallner. „Damit können wir sehr rasch Personal aus dem ganzen Land in Nickelsdorf zusammenziehen.“

Ressourcenerweiterung in Nickelsdorf

Da die Erstbetreuungsstelle in Nickelsdorf nicht auf eine derart große Menge an Menschen ausgelegt ist, werden weitere Versorgungszentren in unmittelbarer Nähe geschaffen. „Geplant ist, Menschen in der Novarockhalle sowie in der Veterinärmedizinischen Halle zu versorgen“, so Wallner weiter.



Neben der Novarockhalle wird das Rote Kreuz mit Unterstützung des Bundesheeres morgen ein Großzelt aufbauen, welches als Kommunikationszentrum für die Einsatzorganisationen dient.

Versorgung mit Essen und Trinken

Die primäre Aufgabe des Roten Kreuzes ist die Versorgung der Flüchtlinge mit Essen und Getränken. Dafür wird eine Feldküche nach Nickelsdorf gebracht. Logistische Unterstützung bei der Essensverteilung kommt vom österreichischen Bundesheer.

„Je nachdem, wie viele Menschen gleichzeitig kommen, müssen wir in der Betreuung flexibel sein“, erklärt Wallner. Wir bringen Feldbetten, Essen und Getränke nach Nickelsdorf. Wenn viele Menschen gleichzeitig kommen, wird es nicht möglich sein, für jeden einen Schlafplatz zur Verfügung zu stellen. Aber jedenfalls muss jeder Flüchtling ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Über das Wochenende werden wir rund um die Uhr Personal vor Ort haben.“

Zusätzliche Mitarbeiter im Einsatz

„Alle anderen Leistungsbereiche des Roten Kreuzes wie beispielsweise der Rettungsdienst werden natürlich in vollem Umfang aufrechterhalten. Hier werden keine Ressourcen für die Flüchtlingsbetreuung abgezogen, sondern es werden zusätzliche Mitarbeiter in den Dienst gestellt“, betont Wallner abschließend.
 
Die Flüchtlinge sollen maximal 48 Stunden in diesen Betreuungsstellen bleiben und dann – sobald Ressourcen frei werden – von der Polizei in ein Erstaufnahmezentrum gebracht werden.