Erstellt am 22. April 2012, 14:59

Schlepper-Prozess mit neun Angeklagten in Eisenstadt. Wegen Schlepperei im Rahmen einer kriminellen Organisation müssen sich morgen, Montag, in Eisenstadt vier Männer und fünf Frauen vor Gericht verantworten.

 Der Gruppe, die von der Türkei und Rumänien aus agiert haben soll, wird die Schleppung einer großen Anzahl von Personen von Rumänien über Ungarn nach Österreich und in benachbarte EU-Länder vorgeworfen. Einigen Mitgliedern legt die Staatsanwaltschaft in der rund 50-seitigen Anklageschrift auch Urkundendelikte zur Last.

Bei der Gruppe handelt es sich um türkische, rumänische und österreichische Staatsbürger. Mitglieder der Bande sollen von Mai 2008 bis November 2010 aktiv gewesen sein. Für die Schleppungen wurden pro Person zwischen 3.000 und 9.000 Euro verlangt. Die Gruppe verfügte offenbar über Zellen in mehreren Ländern: In der Türkei sollen zunächst schleppungswillige Personen angeworben worden sein. Ihnen habe man dann Visa für Rumänien besorgt, wo sie ins Schengen-Grenzgebiet gebracht wurden.

Die ungarische Grenze wurde überwiegend nachts und zu Fuß überquert. Von Ungarn aus sollen dann Fahrzeugschlepper die Menschen in die Zielländer - Österreich, Deutschland und Italien - gebracht haben. Im Prozess vor dem Schöffensenat werden am Montag zunächst die Angeklagten befragt. Für das Beweisverfahren wurden zahlreiche Zeugen beantragt. Ob es noch am Montag Urteile geben wird, stand vorerst nicht fest.