Erstellt am 04. Mai 2011, 15:05

Schlepperring gesprengt. Beamte des Landeskriminalamtes Burgenland und des Bundeskriminalamtes haben einen internationalen Schlepperring gesprengt.

Die Organisation soll von Juni 2003 bis August 2008 rund 2.500 vorwiegend moldawische Staatsbürger über Österreich in den weiteren europäischen Raum geschleppt haben, zog die Sicherheitsdirektion Burgenland am Mittwoch über die Amtshandlung Bilanz. Der Ring habe mit den Schleppungen etwa 7,5 Mio. Euro eingenommen. Rund 100 Mittäter wurden bereits verurteilt, zwei Hauptorganisatorinnen aus Moldawien befinden sich in Untersuchungshaft.

Eine der Hauptorganisatorinnen wurde im vergangenen Dezember in Rumänien festgenommen. Ihr konnten die Planung und die Durchführung der Schleppung von 909 Personen nachgewiesen werden. Eine weitere Verdächtige wurde im März 2011 in München festgenommen. Sie soll für 328 geschleppte Personen verantwortlich sein, teilte die Sicherheitsdirektion Burgenland mit. Die beiden Frauen befinden sich in der Justizanstalt in Wiener Neustadt und werden durch die Staatsanwaltschaft Eisenstadt angeklagt.

Bereits verurteilt wurden in den fünf Jahren rund 100 mutmaßliche Mittäter. In Österreich konnten 54, im Ausland - vorwiegend aus Ungarn - 43 Personen festgenommen werden. Die in Österreich geschnappten Verdächtigen wurden vom Landesgericht Korneuburg bzw. Eisenstadt zu unbedingten Haftstrafen von bis zu sechs Jahren verurteilt. Jene, die in Ungarn gefasst wurden, erhielten ebenfalls eine unbedingte Haftstrafe von bis zu zehn Jahren.

Moldawische und ukrainische Staatsangehörige hatten der Organisation für ihre Schleppung etwa 3.000 bis 6.000 Euro bezahlt. Die Zielländer waren neben Österreich vorwiegend Italien, Frankreich, Belgien und Spanien, hieß es von der Exekutive. Pro Woche wurden bis zu 50 Personen in diese Länder gebracht. Die Polizei geht davon aus, dass die Dunkelziffer der verschleppten Personen weit höher ist.