Erstellt am 23. August 2011, 13:05

Sommerwetter - Hitzepole entlang des Alpennordrandes. Nach einer langen Kaltwetterphase litten die Österreicher Ende August unter ungewöhnlichen heißen Temperaturen.

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Wie die Meteorologen der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Dienstag prognostizierten, werden die Temperaturen in dieser Woche noch auf 37 Grad klettern. Die Rettung in Wien registrierte deutlich mehr Einsätze: "Katastrophal", sagte ein Sprecher der APA. Am morgigen Mittwoch könnte zudem die Ozon-Informationsschwelle überschritten werden. Erst am Wochenende kommt die Abkühlung.

   Der Hitzepol am Montag war Imst in Tirol mit 35,5 Grad Celsius. Waidhofen an der Ybbs in Niederösterreich hatte einen Höchstwert von 35,2 Grad, Horn und Wien-Stammersdorf hatten Werte von jeweils 35. In Krems wurden 34,9 Grad verzeichnet, in Wien-Donaufeld 34,7, in Langenlois in Niederösterreich 34,6 und in Kapfenberg in der Steiermark 34,5 Grad. In der Wiener Innenstadt war es 34,5 Grad heiß, in Dellach im Drautal ebenso. Spitzenwerte wird es in dieser Woche besonders entlang der Alpennordseite, im Mittel-und Südburgenland und der Oststeiermark geben.

   Die Experten erwarten am morgigen Mittwoch ein Überschreiten der Ozon-Informationsschwelle (bei einer einstündigen Ozonkonzentration von mehr als 180 Mikrogramm pro Kubikmeter). Das kann bei besonders empfindlichen Personen und bei erhöhter körperlicher Belastung geringfügige Beeinträchtigungen hervorrufen. Der normale Aufenthalt im Freien (z. B. Spaziergang, Baden, Picknick) ist aber unbedenklich. Am Mittwoch soll es weiter heiß sein, mit Höchstwerten von 35 Grad. Am Nachmittag und Abend sind lokale Wärmegewitter möglich, vor allem im Bergland und nördlich der Donau.

   Am Donnerstag dauert das strahlend sonnige, extrem heiße Wetter an, die Temperaturen steigen weiter. Am ehesten sind lokale Wärmegewitter im Bergland und im Mühl- und Waldviertel möglich. Die Temperaturen bewegen sich in der Früh zwischen 16 und 23 Grad, am Nachmittag zwischen 29 und 36 Grad.

   Am Freitag erreicht die Hitzewelle ihren ultimativen Höhepunkt mit 37 Grad. Besonders im Osten und Süden bleibt es bis zum Abend sehr sonnig und heiß. Im übrigen Österreich hält das sonnig-heiße Wetter zumindest bis über Mittag. Im Laufe des Nachmittags und am Abend drohen hier jedoch heftige Gewitter, gebietsweise sind dann Sturmböen und Hagel möglich.

   Am Wochenende kommt eine Schlechtwetterfront nach Österreich. In der Westhälfte stellt sich am Samstag ein leicht unbeständiger Wettercharakter ein, und es bleibt deutlich kühler als zuletzt. Sonst scheint zumindest zeitweise die Sonne, und es ist nur mit einzelnen Regenschauern oder Gewittern zu rechnen. Die Frühtemperaturen liegen bei 13 bis 21, Tageshöchsttemperaturen von Nordwest nach Südost zwischen 19 und 29 Grad. Am Sonntag geht es unterschiedlich bewölkt mit sonnigen Phasen weiter. Einzelne Regenschauer sind am ehesten entlang des Alpenhauptkammes zu erwarten, am längsten scheint die Sonne voraussichtlich im Südosten. Der Wind kommt meist schwach aus unterschiedlichen Richtungen. Frühtemperaturen liegen bei zwölf bis 19, Tageshöchsttemperaturen bei 22 bis 28 Grad.

   Das schöne Wetter beschert ganz Österreich einen regelrechten Radfahrboom. Derzeit sind bis zu dreimal so viele Radfahrer unterwegs wie im Jahresschnitt, zeigte eine VCÖ-Analyse. Dafür haben Autofahrer aufgrund der Hitze ganz andere Probleme: Hohe Temperaturen in Kombination mit städtischem Stop-and-go-Verkehr überlasten das Kühlsystem - der Motor überhitzt. "Auch Probleme bei der Elektronik treten verstärkt auf, weil sie durch die Hitze instabil wird", sagte Gerhard Samek, Leiter der ÖAMTC-Pannenhilfe. Zu Routineeinsätzen wie Starthilfegeben oder Batteriewechsel muss die Pannenhilfe im Sommer ebenfalls häufiger ausrücken - rund 15 Prozent beträgt die Steigerung gegenüber Tagen mit "normalen" Temperaturen.