Erstellt am 08. März 2012, 17:32

Sonnensturm zieht über Erde hinweg. Die Erde ist von dem stärksten Sonnensturm seit fünf Jahren getroffen worden. Die Wolke aus geladenen Teilchen erreichte die Erde am Donnerstag gegen 11.45 Uhr MEZ, wie die US-Behörde für Wetter- und Meeresforschung (NOAA) mitteilte.

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Das Magnetfeld des Planeten schien den Sturm demnach weitgehend abzuwehren, bis Freitag bestehe aber weiter die Gefahr von Stromausfällen sowie Störungen bei Navigationssystemen und im Funkverkehr.

Der Sonnensturm, eine magnetische Störung der sogenannten Magnetosphäre eines Planeten, begann mit einer Sonneneruption am vergangenen Sonntag. Dabei wurde Plasma ausgestoßen und mit einer Geschwindigkeit von 6,4 Millionen Kilometern pro Stunde ins Weltall geschleudert. Weitere Sonneneruptionen ereigneten sich in der Nacht zum Mittwoch und lösten einen besonders heftigen Sonnensturm aus. Die NASA ordnete ihn auf ihrer fünfstufigen Skala bei Stärke drei ein. Allein die Sonneneruptionen hätten auf der Erde bereits zu kurzen Ausfällen im Hochfrequenzfunk geführt, teilte die NOAA mit.

Es sei vermutlich der größte Sonnensturm, der seit Dezember 2006 auf die Erde treffe, sagte NOAA-Experte Joseph Kunches. Da die Sonnenaktivität anhalte, könnten in den kommenden Tagen weitere Sonnenstürme die Erde treffen. Fluggesellschaften hätten bereits reagiert und Flugrouten über die Erdpole umgeleitet, sagte Kunches. In Zentralasien könnten in der Nacht zum Freitag Polarlichter zu sehen sein.

Neben möglichen Störungen von Satelliten und Funkverkehr auf der Erde warnte die NASA auch vor Folgen für die Besatzung der internationalen Raumstation ISS. Derzeit gebe es indes keinen Anlass zur Sorge um die Sicherheit der sechs Astronauten an Bord der ISS, sagte NASA-Sprecher Mike Curie.

Die Sonne bewegt sich derzeit auf das Aktivitäts-Maximum in ihrem elfjährigen Zyklus zu. Der Höhepunkt der Sonnenaktivität wird nach Angaben der NASA für 2013 erwartet. Experten befürchten, dass es dadurch verstärkt zu Störungen im Alltag kommen könne, da mittlerweile Satelliten und Navigationssysteme viel stärker verwendet werden als früher. Grundsätzlich wird die Erde aber durch ihr starkes Magnetfeld vor den Auswirkungen geschützt.

Schon früher beeinflussten Sonneneruptionen und die folgenden magnetischen Stürme das Leben auf der Erde. Die erste größere Sonneneruption wurde 1859 vom britischen Forscher Richard Carrington entdeckt. Die NASA berichtete von Störungen des Telefonnetzes in Bundesstaat Illinois durch einen Sonnensturm 1972 und von Stromausfällen in der kanadischen Provinz Québec 1989.