Erstellt am 13. Juni 2011, 17:44

Spanierin bleibt vorerst in Triest in U-Haft. Die am Freitag in Udine verhaftete Wiener Eissalonbesitzerin Goidsargi Estibaliz C. bleibt vorerst in Triest in Untersuchungshaft. Laut zuständigem Richter bestehe bei der 32-Jährigen Fluchtgefahr.

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Unterdessen hat die mexikanische Konsulin in Italien die Absicht geäußert, die in Mexiko geborene Spanierin in Gefängnis besuchen zu wollen. Die Anwälte der Spanierin kritisierten indes die Medienberichterstattung scharf.

Ein Richter des Schwurgerichts von Triest hat die U-Haft bestätigt. Die 32-Jährige hatte zuvor die Morde an ihrem Ex-Mann sowie ihrem Freund gestanden. Es bestehe konkrete Fluchtgefahr. Estibaliz C. weigerte sich allerdings, auf Fragen des Richters zu antworten. Der italienische Rechtsanwalt der Spanierin forderte alternative Haftstrafen, da seine Mandantin im zweiten Monat schwanger sei.

Der Auslieferungsantrag aus Österreich sollte in den nächsten zehn Tagen eintreffen. Die Anhörung, bei der die Justizbehörden in Triest über die Auslieferung entscheiden werden, findet am 20. Juni statt. Ein Rechtshilfeersuchen der Wiener Polizei wurde von den italienischen Kollegen bis dato noch nicht beantwortet. Der Rechtsanwalt der Spanierin wolle sich dafür einsetzen, dass die in Barcelona lebenden Familienangehörigen der Inhaftierten sowie ihr österreichischer Lebensgefährte die 32-Jährige im Gefängnis besuchen dürfen.

Die Wiener Eissalonbesitzerin macht sich offenbar auch Sorgen um ihren österreichischen Freund, von dem sie ein Kind erwartet. Die Frau erklärte der Polizei, sie sei mit der Beziehung zum aktuellen Lebensgefährten zufrieden. Sie bekräftigte, dass sie den Ex-Mann und den Ex-Freund allein getötet habe - sie habe keinen Komplizen gehabt.

Estibaliz C. soll am Dienstag Besuch von der mexikanischen Konsulin in Italien, Rita Vargas, erhalten. "Wir kümmern uns um den Fall, weil die Frau sowohl einen spanischen als auch einen mexikanischen Pass hat. Sie wurde nämlich in Mexiko geboren. Wir wollen uns vergewissern, dass es unserer Staatsbürgerin gut geht und dass sie legale Unterstützung erhält", sagte Vargas. Man habe ihr jedenfalls versichert, dass die im zweiten Monat schwangere Frau wohlauf sei.

Schwere Kritik an der Medienberichterstattung übten am Montag der Strafverteidiger der Spanierin, Arthur Machac, sowie Medienanwalt Heinz-Dietmar Schimanko. Beide orten gravierende Verletzungen des Rechts auf Wahrung der Unschuldvermutung. "Es findet eine mediale Hetzjagd sondergleichen statt, bei der über sie unter anderem als Lady-Killerin, die ihre Lover einmauere, berichtet wird. Die polizeilichen Ermittlungen haben gerade erst begonnen, doch schon wird sie in manchen Medien als schuldig hingestellt. Ein angebliches Geständnis, wie von einem sichtlich sehr geltungsbedürftigen italienischen Kommissario behauptet, gibt es nicht", so Schimanko.

Die Unternehmerin, die in der Oswaldgasse in Wien-Meidling ein Eisgeschäft mit dem Namen "Schleckeria" betrieb, soll ihren deutschen Ehemann im Jahr 2008 ermordet haben. Ihr Ex-Freund, der seit November des Vorjahres vermisste Oberösterreicher Manfred H., sei im vergangenen November getötet worden, berichtete die Spanierin der Polizei in Udine. Nach den Morden habe sie die Leichen zerstückelt, in Plastiksäcke gepackt und im Keller des Eissalons in Wien einbetoniert.