Erstellt am 18. April 2011, 11:59

Sprengstoff mangelhaft verwahrt. Einen laut Frachtpapieren mit 16 Tonnen des Sprengmittels Hexotonal beladenen Transport haben Polizisten am Sonntagvormittag bei Nickelsdorf (Bezirk Neusiedl am See) im Burgenland gestoppt.

 |  NOEN, www.BilderBox.com (www.BilderBox.com)
Bei der Kontrolle des Sattelschleppers, der in Richtung Ungarn unterwegs war, fiel den Beamten auf, dass sich die Ladung zum Teil in schlechtem Zustand befand. Der Sattelaufleger wurde vorerst abgestellt, Experten sollen auch überprüfen, ob der Lkw tatsächlich Hexotonal geladen hat.

Der Sattelschlepper befand sich auf der Durchreise, als ihn eine Streife der Landesverkehrsabteilung stoppte, so der Stellvertetende Sicherheitsdirektor, Ronald Reiter, am Montag. Als sich die Beamten die Ladung näher ansahen, entdeckten sie Ungereimtheiten. Bei mindestens zwei Kisten sei es außerdem zu "Ausschwitzungen" gekommen. Dabei wurde der Austritt einer ölartigen Flüssigkeit festgestellt.

In den Frachtpapieren war die Ladung als Hexotonal angegeben. "Wir prüfen mit einem Sachverständigen, ob es sich um Kriegsmaterial handelt, oder ob es die deklarierte Ladung ist", sagte Reiter: "Derzeit ist das Fahrzeug an der Weiterfahrt gehindert und ist von uns sicher untergestellt worden."

Hexotonal als Fracht wäre an sich, "wenn es gut verpackt ist, keine Besonderheit". Transporte von solchen Mengen seien durchaus üblich, erklärte Reiter. Offenbar handle es sich jedoch nicht um den reinen Stoff Hexotonal, sondern dieser sei möglicherweise verunreinigt. Derzeit habe man eher den Eindruck, dass hier Überbleibsel in schlechtem Zustand durch die Gegend kutschiert werden zum Entsorgen.

Sollten die Frachtpapiere in Ordnung sein, müsste vor der Weiterfahrt zumindest die Verpackung in einen ordnungsgemäßen Zustand gebracht werden. Die geringste Sanktion wäre eine Verwaltungsstrafe bei einem Verpackungsmangel. Zusätzliche Konsequenzen hingen laut Exekutive davon ab, ob die Ladung falsch deklariert war. Dann könnte die Angelegenheit möglicherweise auch ein gerichtliches Strafverfahren nach sich ziehen.

Kompliziert werde die Angelegenheit dadurch, dass an dem Transport mehrere Firmen beteiligt sind: Der Frächter ist aus Rumänien, der Absender eine spanische Firma, der Empfänger befindet sich in Bulgarien.