Erstellt am 27. Juni 2011, 11:50

Staatsanwalt beruft gegen Libro-Urteil. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat in der Causa Libro Berufung gegen die Strafhöhe und Nichtigkeitsbeschwerde angemeldet. Damit ist auch der Freispruch des WU-Professors und Ex-Libro-Vize-Aufsichtsratschef Christian Nowotny nicht rechtskräftig. Die vier am Mittwoch Verurteilten, darunter Ex-Libro-Chef Andre Rettberg, hatten bereits unmittelbar nach der Urteilsverkündung berufen.

Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt hat in der Causa Libro Berufung gegen die Strafhöhe und Nichtigkeitsbeschwerde angemeldet. Damit ist auch der Freispruch des WU-Professors und Ex-Libro-Vize-Aufsichtsratschef Christian Nowotny nicht rechtskräftig. Die vier am Mittwoch Verurteilten, darunter Ex-Libro-Chef Andre Rettberg, hatten bereits unmittelbar nach der Urteilsverkündung berufen.

Damit wird von allen Seiten mit Spannung die schriftliche Begründung des Urteils von Richterin Birgit Borns erwartet. Der Schöffensenat unter ihrem Vorsitz hatte vier Schuldsprüche in der Causa Libro wegen Bilanzfälschung und Untreue gefällt, vom Vorwurf des Betrugs wurden auch die vier - nicht rechtskräftig - Verurteilten freigesprochen. Für Nowotnys Verteidiger Wolfgang Brandstetter ist die Vorgehensweise der Staatsanwaltschaft "nicht überraschend". Es handle sich um einen "routinemäßigen Vorgang", sagte er zur APA

Ex-Libro-Chef Rettberg erhielt eine Zusatzstrafe von 3,5 Jahren zu seiner bereits rechtskräftigen Verurteilung wegen versuchter betrügerischer Krida aus dem Jahr 2006. Damals wurde er zu drei Jahren, davon 8 Monaten unbedingt, verurteilt. Er hatte versucht, rund 3,63 Mio. Euro vor seinen Gläubigern zu verheimlichen.

Weiters wurde Ex-Finanzvorstand Johann Knöbl zu vier Jahren Haft verurteilt, während Ex-Aufsichtsratschef Kurt Stiassny und der Ex-Libro-Wirtschaftsprüfer Bernhard Huppmann je drei Jahre, davon ein Jahr unbedingt, ausfassten.

Für den heute 53-Jährigen ehemaligen "Mr. Libro" und "Manager des Jahres" Rettberg ist der Schuldspruch ein tiefer Fall. Sollte das Urteil rechtskräftig werden, muss er insgesamt für vier Jahre und zwei Monate ins Gefängnis. Bisher konnte Rettberg seinen Strafantritt allerdings vermeiden.