Erstellt am 23. August 2016, 13:29

von APA Red

Mehr als 200 Bewerber für "Sicherheitspartner". In Nickelsdorf ist am Dienstag der Start für das burgenländische "Gemeindesicherheitskonzept" erfolgt. Das Projekt hat fünf Module - von der Förderung beim Kauf von Alarmanlagen über den Einsatz von "Sicherheitspartnern" bis zur Nachbarschaftshilfe. Für einen Job als Sicherheitspartner gibt es bisher mehr als 200 Interessenten, berichtete Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz (FPÖ).

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In Nickelsdorf ist am Dienstag der Start für das burgenländische "Gemeindesicherheitskonzept" erfolgt. Das Projekt hat fünf Module - von der Förderung beim Kauf von Alarmanlagen über den Einsatz von "Sicherheitspartnern" bis zur Nachbarschaftshilfe. Für einen Job als Sicherheitspartner gibt es bisher mehr als 200 Interessenten, berichtete Landeshauptmannstellvertreter Johann Tschürtz (FPÖ).

Das Projekt startet vorerst in neun Pilotgemeinden, je drei pro Landesteil. Im Rahmen eines Alarmanlagen-Moduls können Bürger zum Beispiel ein "Basispaket" mit einer Anlage um weniger als 1.000 Euro erwerben.

Die Aufgaben der Sicherheitspartner - sie sind Teil von Modul Zwei - sollen unter anderem Schulwegsicherung, Kontrollfahrten und -rundgänge im Gemeindegebiet sowie Meldungen von verdächtigen Wahrnehmungen an die Polizei umfassen. Im Rahmen der Kooperation mit dem Projekt "Gemeinsam sicher" des Innenministeriums sollen sie beim bundesweiten Projekt auch als "Sicherheitsbürger" fungieren.

Mit den Bewerbern - 25 bis 30 will man vorerst aufnehmen - finden derzeit Hearings statt. "Mitte September beginnt dann die Ausbildung in der Akademie Burgenland", erläuterte Tschürtz. Sie dauert 14 Tage und wird mit einer mündlichen Prüfung abgeschlossen. Die Absolventen erhalten eine Dienstkleidung, auch Dienstfahrzeuge sollen zur Verfügung stehen.

Über die wissenschaftliche Begleitung - Partner sind die FH Burgenland und die Forschung Burgenland - will man regelmäßig informieren. Die ersten Sicherheitspartner dürften Ende September/Anfang Oktober im Außendienst unterwegs sein, schätzte Tschürtz. Sie bekommen ein Gehalt gemäß Kollektivvertrag und sollen auch im dritten Modul - Bürgerservice - und bei der Nachbarschaftshilfe (Modul Vier) zum Einsatz kommen.

Hier gehe es um Hilfe für Mitmenschen im Alltag, etwa durch das Tätigen von Einkäufen, Postwegen oder die Übernahme von leichten Arbeiten im Krankheitsfall. Beim letzten Modul "Sicherheitsberatung & Information" sollen unter anderem Polizei und Rotes Kreuz eingebunden werden.

Die Kosten für die Umsetzung des Gemeindesicherheitskonzept - von der Ausbildung übers Personal bis zu den Fahrzeugen - bezifferte der Landeshauptmannstellvertreter mit vorerst 500.000 Euro jährlich.

Auch heute, ein Jahr nach dem Fund von 71 toten Menschen im Kühl-Lkw bei Parndorf, müsse man sich noch länger auf "rigorose Grenzkontrollen" einstellen, sagte Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ). Das "Versagen der EU, ihre Außengrenze zu schützen", führe dazu, dass die Nationalstaaten an ihrer Grenze kontrollieren müssten. Die "Zeit des unkontrollierten und unregulierten Zuzugs" müsse vorbei sein, forderte der Landeshauptmann.