Erstellt am 03. März 2013, 10:58

Sundt soll Immos "in Sicherheit" gebracht haben. Ex-Telekom-Austria-General Heinz Sundt, vor wenigen Tagen als einziger Angeklagter in der Kursmanipulationsaffäre der Telekom-Aktie im Februar 2004 (nicht rechtskräftig) freigesprochen, soll beträchtliches Immobilienvermögen vor seinem ehemaligen Arbeitgeber in Sicherheit gebracht haben.

Am 10. Februar 2012 hat Sundt demnach eine Wohnung in Reith bei Kitzbühel und eine Villa in Bad Vöslau seiner Ehefrau bzw. seinem Sohn via Schenkung vermacht. Zum damaligen Zeitpunkt müsste ihm jedoch bereits bewusst gewesen sein, dass er in der Kursaffäre auf der Anklagebank sitzen wird, schreibt die Zeitung. Sundts Anwalt dementiert.

Neun Tage vor der Schenkung, am 1. Februar 2012, habe die Staatsanwaltschaft darüber informiert, dass der gesamte Akt zur Kursaffäre inklusive Abschlussbericht vom 6. bis zum 10. Februar im Verteidigerzimmer des Wiener Straflandesgerichts - dort kann jeder Rechtsanwalt Einsicht nehmen - aufliegt, so der "Kurier". Es sei an dem Tag bereits klar gewesen, dass die Telekom im Falle einer Verurteilung Forderungen geltend machen würde; am 31. Jänner 2012 habe sich das Unternehmen dem Strafverfahren offiziell als Privatbeteiligter angeschlossen.

Die Telekom machte insgesamt 9,9 Mio. an Schadenersatz geltend und bekam diese vom Schöffengericht voll zugesprochen. Dies gilt aber nur für die (nicht rechtskräftig) schuldig gesprochenen Manager Stefano Colombo, Rudolf Fischer und Josef Trimmel. Ob die Telekom auch den Bonus (mehr als 390.000 Euro brutto) von Sundt zurückfordert, ist noch offen. Das hänge von den rechtlichen Möglichkeiten ab, sagte der jetzige TA-Chef Hannes Ametsreiter am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz.

Laut "Kurier" hat die Telekom bereits im Jänner 2013 die Schenkungsverträge der Familie Sundt beim Bezirksgericht Baden angefochten. "Sicherheitshalber, um für allfälligen Schadenersatz keine Fristen verstreichen zu lassen", wie die Zeitung schreibt. Die TA vermute, dass Sundt versucht habe, seine teuren Liegenschaften vor seinem Ex-Arbeitgeber in Sicherheit zu bringen.