Erstellt am 19. November 2012, 14:20

Systemumstieg bei Abfangjägern laut Experten teuer. Ein Ausstieg aus dem Eurofighter-Vertrag wäre für Österreich nicht kostenlos. Denn die gesamte Infrastruktur am Flugplatz in Zeltweg ist auf den Eurofighter zugeschnitten, sagte ein Experte des Bundesheeres.

Dafür wurden 160 Mio. Euro ausgegeben. Die Piloten sind auf den Eurofighter geschult, ebenso die Techniker, auch der Flugsimulator ist auf den Eurofighter ausgerichtet. Sollte Österreich die Eurofighter sofort an EADS zurückgeben, wäre zunächst einmal eine Übergangslösung mit geleasten Fliegern notwendig. Der Kauf neuer Flieger müsste ausgeschrieben werden. Bis die Entscheidung für den Neukauf fällt und die neuen Jets dann auch in Österreich in Betrieb genommen werden können, würde es mindestens fünf Jahre dauern, sagte der Heeresexperte. Jedes neue System bedeutet auch zusätzliche Kosten: Ausbildung und Infrastruktur müssten jedes Mal angepasst werden - zunächst auf die Übergangslösung und dann auf die neuen Flieger.

Bei einem Vertragsausstieg würde Österreich außerdem nicht den gesamten Kaufpreis von 1,7 Mrd. Euro zurückbekommen, gab der Militärluftfahrtexperte Georg Mader zu bedenken. Denn die Abnutzung der Flugzeuge, die Österreich schon seit fünf Jahren hat, müsste gegengerechnet werden. Die Republik würde mit einer Entschädigungszahlung oder dem Tausch der ziemlich abgespeckten österreichischen Abfangjäger gegen das neuere Modell wohl besser aussteigen, so Mader.

Die FPÖ sieht sich unterdessen auch nach dem Auftauchen weiterer Details nicht in den Eurofighter-Skandal verwickelt. "Auch wenn jetzt verschiedenste Proponenten von SPÖ, ÖVP und BZÖ'Haltet den Dieb' schreien, muss doch klar gestellt werden, dass es besonders diese Parteien sind, die besonders tief im EADS-Sumpf stecken", meinte der freiheitliche Generalsekretär Kickl am Montag.