Erstellt am 05. September 2011, 11:28

TA-Affäre: ÖBB-Chef Kern sieht "Riesenerdbeben". Der Telekom-Skandal rund um Kursmanipulationen und fragwürdige Beratergeschäfte wird die Art und Weise, wie in Österreich gewirtschaftet wird, verändern, glaubt ÖBB-Konzernchef Kern. Die Affäre habe ein "Riesenerdbeben" ausgelöst, wird Kern im "Kurier" zitiert.

Gleichzeitig kritisiert Kern die ehemalige Regierung unter Bundeskanzler Schüssel. "Das war schon eine Zeit, in der man sehr locker mit dem Geld der Steuerzahler umgegangen ist. Da wurden moralische Standards nach unten durchbrochen", so Kern. Telekom-Chef Ametsreiter habe jedenfalls sein "volles Mitgefühl".

Zu den ÖBB-Zahlungen an den Berater Peter Hochegger verweist Kern auf unternehmensinterne Prüfungen: Dabei wurden rund 300 Belege geprüft und mit Ausnahme der Zahlung für die Marke "railjet" immer "relativ klar dokumentierte Gegenleistungen" gefunden. Trotzdem habe man alles der Staatsanwaltschaft zur Untersuchung übergeben.

Kritik übt Kern auch an der Justiz. "Leider gehen die Verfahren langsamer, als es wünschenswert wäre. Der Ressourcenmangel bei der Staatsanwaltschaft und dem Bundesamt für Korruptionsbekämpfung ist nicht zu übersehen. Diese Behörden besser auszustatten, ist ein Gebot der Stunde", betonte Kern.