Erstellt am 22. September 2015, 22:32

von APA Red

Tausende Flüchtlinge in Nickelsdorf eingetroffen. Flüchtlinge sind am Dienstag in insgesamt drei Zügen im ungarischen Hegyeshalom, und in weitere Folge zu Fuß in Nickelsdorf im Burgenland, angekommen, hieß es am Abend vonseiten des Einsatzstabes der Polizei zur APA.

Viele der Angekommenen sind bereits weiter gereist.  |  NOEN, APA

Schön langsam träfen die Menschen aus dem letzten Zug, der eigentlich schon am frühen Nachmittag erwartet worden war, ein, hieß es kur vor 22.00 Uhr.

Mit zwei Zügen davor waren insgesamt rund 3.000 Personen eingetroffen. Nach einer "Stauung", seien aber alle bis zum Abend "gut weggebracht" worden, sagte Polizeisprecher Gerald Pangl. Der Einsatzstab schätzt, dass im dritten Zug knapp 2.000 waren. Man rechne damit, dass man auch diese Flüchtlinge "spätestens bis Mitternacht" in Bussen in Unterkünfte abtransportiert habe. "Das können wir schon ganz gut."

Rund 400 Flüchtlinge kamen am Dienstagnachmittag im südsteirischen Bad Radkersburg von Slowenien über die Grenze nach Österreich. Sie wurden registriert, verpflegt und traten laut Polizei die Weiterreise in Notquartiere an. In Spielfeld dagegen sei es am Dienstag vorerst ruhig geblieben.

Im Transitquartier am Schwarzlsee war der Samariterbund am Nachmittag mit der Reinigung der Steiermark-Halle beschäftigt. Alle rund 600 Flüchtlinge, die am Morgen noch betreut wurden, seien mit Bussen weitergefahren worden, sagte Wolfgang Krenn. Neuankömmlinge werden aber bereits in der Nacht auf Mittwoch erwartet.

Die etwa 400 über die Grenze gewanderten Menschen in Bad Radkersburg sollen im Laufe des Abends im früheren Euro-Shopping-Center in Graz eintreffen, berichtete das Rote Kreuz. Dort waren am Nachmittag noch 30 Flüchtlinge untergebracht. Etwa 450 Personen waren mit einem Sonderzug um 14.08 Uhr vom Grazer Hauptbahnhof nach Linz gebracht worden. Sechs Rotkreuz-Sanitäter übernahmen dabei die Versorgungsdienste für die Flüchtlinge am Grazer Hauptbahnhof, hieß es in einer Aussendung des Roten Kreuz.

Außerdem wurden am Dienstag 165 Schutzsuchende vom Schwarzlsee in die Bellaflora-Halle nach Feldkirchen gebracht. In der Sammelstelle Spielfeld hielten sich am Nachmittag noch etwa 70 Flüchtlinge auf.

Am Dienstagabend warteten am Grenzübergang Freilassing bei Salzburg noch rund 1.000 Flüchtlinge auf die Einreise nach Deutschland. Auf den Gehsteigen der Brücke über die Saalach drängten sich die Menschen. Sie wurden von der deutschen Polizei auf der Brückenmitte aufgehalten und nur in kleinen Gruppen durchgelassen, zeigte sich bei einem APA-Lokalaugenschein am Dienstagabend.

Wer passieren durfte, wurde in einen geschützten Bereich unter die Brücke geleitet. Dort nahm die Polizei stichprobenartig Fingerabdrücke und durchsuchte das Gepäck - vorzugsweise nach Ausweispapieren. Freiwillige versorgten im Schichtbetrieb die Menschen mit Essen, Getränken, Decken und Kleidung. Dann brachten Busse die Flüchtlinge zu den Registrierungsstellen nach Freilassing.

"Es läuft relativ ruhig", sagte Manfred Ludwig von der Bundespolizeiinspektion Rosenheim zur APA und zeigte sich darüber wenig verwundert. "Wenn man in die Gesichter der Menschen sieht, merkt man wie erschöpft sie von dem langen Weg sind, der hinter ihnen liegt."

Dass das Gedränge im Laufe des Nachmittags immer schlimmer wurde und Flüchtlinge mit Schildern und Sprechchören die Einreise nach Deutschland forderten, konnte Ludwig nicht bestätigen. Unklar sei ihm zufolge auch, wie die Menschen reagieren werden, wenn der vorhergesagte Wetterumschwung mit Regen und Kälte eintrifft.

Laut Ludwig sind mit Stand Dienstag 18.00 Uhr rund 1.100 Menschen über die "grüne" Grenze gekommen, weitere 1.000 wurden mit zwei Sonderzügen aus Salzburg nach Deutschland gebracht. Dazu kommen jene rund 1.000 Personen, die sich am Abend noch im Bereich des Grenzübergangs aufgehalten haben. "Gestern hatten wir etwa 4.000 Personen", sagte der Polizeisprecher. Im Autoverkehr bildete sich wegen der Kontrollen an der Grenze ein langer Rückstau bis zum Kreisverkehr Salzburg-Mitte.