Erstellt am 10. Oktober 2011, 12:09

Telekom laut Ametsreiter unter Druck gesetzt. Der Chef der teilstaatlichen Telekom Austria, Hannes Ametsreiter, erhebt im aktuellen "profil" schwere Vorwürfe gegen den Kabinettchef von Innenministerin Mikl-Leitner. "Wir wurden unter Druck gesetzt", wird er in Bezug auf Kabinettschef Michael Kloibmüller in dem Nachrichtenmagazin zitiert.

Dabei hat es sich allerdings nicht nur um die bereits bekannten angeblichen Drohungen im Zusammenhang mit dem internen Revisionsbericht der Telekom gehandelt, sondern auch um angeblich gezielt gestreute Gerüchte. Etlichen Medien wurde vor einigen Wochen das Gerücht zugetragen, dass die Telekom die Telefonverbindungen von Staatsanwälten und Polizisten überwachen würde, die in der Affäre um Schmiergeldzahlungen, Immobiliendeals, Kursmanipulationen, Jagdeinladungen und Mobbing bis in Ministerbüros hinein tätig sind. "Das ist völlig aus der Luft gegriffen", so Ametsreiter zum "profil".

Und er ergänzt: "Hier geht es um etwas ganz was anderes." Ein "Mittelsmann" des Innenministeriums habe der Telekom dieses Gerücht über die Telefonüberwachung zugetragen. "Wir haben das als eine weitere Warnung aufgefasst", so Ametsreiter zum Magazin. Kloibmüller bestreitet alle Vorwürfe und erhielt dabei Rückendeckung von der Innenministerin.

An der Aufklärung der Telekom Affäre arbeitet auch das Bundesamt für Korruptionsbekämpfung (BAK). Dieses wiederum untersteht der Sektion IV im Innenministerium - und damit direkt dem Ministerbüro, in dem Kloibmüller die rechte Hand von Mikl-Leitner ist. Die Sektion IV wiederum wird von Herrmann Feiner geleitet, der sich seine Sporen wie Kloibmüller in der Ära des ehemaligen Innenministers Strasser verdient hat, gegen den die Staatsanwaltschaft ermittelt. Leiter des BAK ist Andreas Wiesentahler, ein ehemaliger Funktionär der Fraktion Christlicher Gewerkschafter.