Erstellt am 20. Februar 2013, 11:44

Telekom-Prozess - Alle warten auf Hochegger. Am fünften Verhandlungstag beim Prozess um die Kursmanipulation der Telekom Austria-Aktie steht am Mittwoch ein Zeuge im Mittelpunkt des Interesses: Der Lobbyist Peter Hochegger, Beschuldigter in mehreren Strafverfahren.

Er sagt erstmals vor einem Richter zu den Telekom-Vorwürfen aus. Als Beschuldigter kann er sich der Aussage entschlagen, denn angeklagt ist er in diesem Verfahren nicht.

Der erste am Mittwoch befragte Zeuge, der frühere Leiter der Telekom-Austria-Investor-Relations, Hans Fuhrmann, zeigte sich in einigen wesentlichen Punkten der Befragung im Prozess rund um die Kursaffäre und Korruption ohne Erinnerung. Fruhmann versicherte, er habe nicht gewusst, dass die Telekom die Absicherungs-Option für das Manager-Optionsprogramm bei Merrill Lynch gezogen habe. Richter Michael Tolstiuk las ihm daraufhin die Ad-hoc-Meldung vom 20. Februar 2004 vor - in der Fruhmann selber als Kontaktperson im Rückfragehinweis angegeben war.

Fruhmann wusste auch nichts davon, dass damals nach Angaben der nun angeklagten Telekom-Vorstände mit den leitenden Mitarbeitern besprochen worden sein soll, wie man in den entscheidenden Tagen für das Manager-Optionsprogramm im Februar 2004 den Kurs anheben könne. Vielleicht habe es diesbezüglich eine Besprechung gegeben, er sei aber nicht dabei gewesen, meinte Fruhmann. Außerdem seien die inkriminierten Vorgänge schon zehn Jahre her.

Im Aufsichtsrat hatte der damalige Generaldirektor Heinz Sundt damals den Kurssprung in letzter Minute mit einer Höhergewichtung der Telekom-Aktie im Morgan-Stanley-Index (MSI) erklärt. Der ehemalige Investor Relations-Chef zeigte sich darüber ebenfalls unwissend, von ihm habe Sundt diese Erklärung nicht. Später meinte er, wenn Sundt das sage, dann werde es wohl so gewesen sein.

Ungewohnt beredsam zeigten sich die angeklagten Ex-Vorstände Rudolf Fischer, Stefano Colombo und Sundt. Sie gaben bereitwillig Auskunft über allgemeine Management-Vorgänge in der Telekom, den Börsengang etc., zur angeklagten Causa selber sagten sie aber wenig aus.