Erstellt am 26. Juli 2011, 19:24

Terror in Norwegen - IUSY-Festival demonstriert Solidarität. Das World Festival der IUSY (International Union of Socialist Youth), das in dieser Woche mit an die 3.000 Teilnehmern aus rund 100 Ländern in Weissenbach am Attersee in Oberösterreich statt findet, hat am Dienstag Solidarität mit den Betroffenen der Anschläge in Norwegen demonstriert.

Die sozialdemokratischen Parteiführer Deutschlands, Sigmar Gabriel, Schwedens, Hakan Juholt, und Österreichs, Bundeskanzler Werner Faymann, versicherten in Reden, die Anschläge hätten ihre Bewegung nicht geschwächt, sondern würden sie nur "noch stärker machen".

Faymann hatte schon am Vortag bei einer Gedenkkundgebung teilgenommen, die statt der Eröffnung des IUSY-Festivals durchgeführt worden war. Er zeigte sich beeindruckt von der Solidarität der jungen Sozialdemokraten, die sie mit ihrem Lichtermeer gezeigt hätten. Er und die beiden anderen Parteiführer hatten kurz vor ihren Reden telefonischen Kontakt mit dem norwegischen Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg. Dieser habe erklärt, wenn ein einzelner Mensch so viel Hass zeigen könne, wie viel Positives könne entstehen, wenn alle zusammenhalten. Faymann versicherte, alle stünden jetzt zu Norwegen.

Der SP-Vorsitzende erinnerte an die Veränderungen in Europa, die unter Bruno Kreisky, Willi Brandt und Olof Palme gelungen seien. Auch jetzt seien sie notwendig. Durch die Krise sei viel Geld vernichtet worden. Jetzt sei kein Geld für die Bekämpfung des Hungers in der Welt, der Armut, der sozialen Ungerechtigkeit und der Arbeitslosigkeit vorhanden. Faymann trat erneut für die Kontrolle der Finanzmärkte ein, für eine nachhaltige Politik, was auch die Umwelt betreffe, und das Ende der Atomkraft. Jeder müsse von seiner Arbeit leben können, es müsse faire Bedingungen für die jetzigen und die künftigen Generationen geben. Es gelte nach wie vor: "Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus", schloss Faymann.

Gabriel betonte sein Mitgefühl für die Opfer in Norwegen. Sie hätten aber auch klar gemacht, dass die Angst vor Terrorismus nicht das tägliche Leben beeinflussen dürfe. Wenn man das zulasse, hätten die Täter ihre Ziele erreicht. Gegen Rechtsextremismus müsse man kämpfen, wo immer er auftrete. Die Sozialdemokraten hingegen würden für eine Gesellschaft ohne Angst eintreten. "Wenn die Sozialdemokraten zurückweichen würden, werde die Angst stärker, wenn die Sozialdemokraten vortreten, weiche die Angst zurück", stellte Gabriel fest.

Juholt hob die Bedeutung des Treffens der jungen Sozialdemokraten hervor, den Teilnehmern aus anderen Ländern zuzuhören und von ihnen zu lernen. Er erklärte im Zusammenhang mit dem Telefonat mit Stoltenberg: "Wir hören Dir zu. Du bist nicht bei uns, aber wir sind bei Dir". Er sei überzeugt, der Attentäter von Norwegen glaubte, er könne die Arbeiterbewegung schwächen und erreichen, dass Menschen davon zurückschrecken, sich zu engagieren. Doch er habe genau das Gegenteil erreicht: Sie sei gestärkt. Das sei die Antwort an die Rechtsextremen und die Konservativen: Wir werden uns nicht vernichten lassen, sondern nur noch stärker", sagte Juholt.