Erstellt am 14. November 2011, 11:09

Tonbänder von Ex-Grasser-Mitarbeiter Ramprecht. Michael Ramprecht hat in seiner Zeit als Mitarbeiter von Ex-Finanzministers Grasser Tonbänder angefertigt, die im Zuge der Buwog-Ermittlungen von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt wurden, so der "Kurier".

Das Datenmaterial über interne Gespräche im Umfeld des Finanzministeriums sei so umfangreich, dass "die Auswertung mehrere Monate in Anspruch nimmt", zitiert die Zeitung aus dem Strafakt.

Die Ermittler sollen die Auswertung für "verfahrensrelevant" halten. Ramprecht hatte auch in einer E-Mail an den ehemaligen Buwog-Aufsichtsratschef und Grasser-Freund Ernst Karl Plech behauptet, "über einen die Buwog-Vergabe betreffenden Gesprächsmitschnitt zu verfügen". Auch diese E-Mail sei mittlerweile von den Sonderermittlern sichergestellt worden, schreibt der "Kurier". Ramprechts Anwalt hat laut Eigenangaben keine Kenntnis von den beschlagnahmten Tonbandaufzeichnungen seines Mandanten. "Das ist mir völlig neu", wird er in der Zeitung zitiert.

Zur APA sagte Ramprechts Rechtsvertreter Michael Pilz am Montag nur: "Wir kommentieren den Bericht nicht." Der frühere Finanzminister Grasser war gegen seinen ehemaligen Mitarbeiter Ramprecht wegen Übler Nachrede vor Gericht gezogen.

Stein des Anstoßes war ein "profil"-Artikel vom Oktober 2009, in dem Ramprecht die Vergabe des Auftrags zur Begleitung der Buwog-Privatisierung an die US-Investmentbank Lehman Brothers als "abgekartetes Spiel" bezeichnet hatte. Er bleibt bei seinen Vorwürfen, vor der letzten Verhandlung in dem Medienverfahren am 24. Oktober sprach er von einem "System der Korruption".