Erstellt am 01. August 2014, 11:02

Asyl: Wochenende entscheidet über "Krisenszenario". Am Wochenende wird sich entscheiden, ob das Innenministerium aufgrund überfüllter Asyl-Betreuungszentren ein Krisenszenario entwickeln muss oder nicht.

Entscheidend sei die Frage, wie viele Neuanträge in den kommenden Tagen gestellt werden, hieß es aus dem Ressort am Freitag. Derzeit habe man den Schwerpunkt weg von Traiskirchen auf andere Betreuungsstellen verlegt.

Laut Innenministerium hat zum einen eine kurzfristig hohe Zahl an Neuanträgen, zum anderen zu wenig Übernahmen durch die Bundesländer zum Engpass bei der Betreuung geführt. Am Donnerstag etwa habe es mit 45 Personen eine relativ geringe Zahl an neuen Flüchtlingen in Österreich gegeben, was das Ressort nun hoffen lässt. "Ob es sich über das Wochenende ausgeht, ist eine Frage der Antragszahl", hieß es aus dem Ressort. Sollte es Tage mit rund 130 neuen Asylwerbern geben, "müssen wir ein Notszenario entwickeln".

Betreuungsstellen des Bundes werden verstärkt genutzt 

Um Traiskirchen zu entlasten, hat das Innenministerium nun die Anträge stärker auf das Erstaufnahmezentrum West im oberösterreichischen Thalham konzentriert, an das wie in Traiskirchen auch eine Betreuungsstelle des Bundes angeschlossen ist. Deren gibt es in Österreich weitere vier, die nun ebenfalls verstärkt genutzt werden: in Reichenau an der Rax (Niederösterreich), in Bad Kreuzen (Oberösterreich), in Wien-Mitte sowie in Fieberbrunn in Tirol. Auch die Länder würden laut Innenministerium laufend Asylwerber übernehmen.

Viel Luft nach oben ist bei den Betreuungsstellen des Bundes dennoch nicht, man sei überall "praktisch voll" und gehe "in Richtung Maximalbelastung", heißt es aus dem Innenministerium.

Meningitis-Fall - Großteil der Asylwerber in Traiskirchen versorgt

Nach dem Tod eines Asylwerbers des Erstaufnahmezentrums Traiskirchen an bakterieller Gehirnhautentzündung ist noch am Donnerstag ein Großteil der Menschen im Lager mit Antibiotika versorgt worden. Bis 22.00 Uhr habe es sich um 1.156 Bewohner und 158 Mitarbeiter gehandelt, teilte der Badener Bezirkshauptmann Heinz Zimper am Freitagvormittag auf Anfrage mit. Die Medikamente würden "intensiv ausgegeben und angenommen", betonte der Behördenleiter. Es gebe nach Altersstufen vier verschiedene Kategorien.

Traiskirchens Bürgermeister Andreas Babler (SPÖ) sagte am Freitag, er artikuliere im Zusammenhang mit dem Meningitis-Fall "berechtigte Sorgen und Ängste der Bevölkerung" ebenso wie als Stadtchef und damit Verantwortlicher für die Einsatzkräfte. Mitarbeiter der Rettungsdienste und der Feuerwehr seien häufig im Lager, erinnerte er. Zur Kritik von ÖVP-Generalsekretär Gernot Blümel an seiner Person vom Donnerstagabend hielt Babler fest, dass er "zu der parteipolitisch motivierten Inszenierung" keinen weitere Kommentar abgebe.