Erstellt am 22. Mai 2014, 13:32

von APA Red

Traktor-Diebe gefasst. Die Polizei hat sieben Personen ausgeforscht, die von Juli 2012 bis September 2013 als Traktor-Diebe im Burgenland ihr Unwesen getrieben und 24 Straftaten begangen haben sollen.

"Dabei sind 18 Traktoren, drei Anhänger und vier landwirtschaftliche Geräte gestohlen worden - und das im Wert von 1,125.400 Euro" , so Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) am Donnerstag.

Passanten in Ungarn haben zwei gestohlen Traktoren in einem Wald entdeckt und die Polizei verständigt. "Aufgrund dieses Hinweises, dass dort zwei Traktoren gefunden worden sind, hat man sofort begonnen, in diesem Fall die intensive Zusammenarbeit zu suchen und war letztendlich auch erfolgreich. 23 dieser 24 Straftaten konnten geklärt werden", erläuterte die Ministerin vor Journalisten in Eisenstadt. Insgesamt habe man drei Gruppen, die aus Ungarn und Rumänien kommen, ausgeforscht. Sie befinden sich in Haft.

Diebe manipulierten Traktoren

Bei einer Gruppe handle es sich beispielsweise um ein Brüderpaar aus Rumänien, für die im Jänner bereits die Handschellen klickten, erklärte Oberst Rainer Erhart, Leiter des Landeskriminalamtes Burgenland (LKA). Die Verdächtigen sind laut Mikl-Leitner "höchst professionell vorgegangen". Sie hätten gestohlene Fahrzeuge so manipuliert, "dass vor allem die Herkunft der Traktoren kaum mehr feststellbar waren" und hätten alle Spuren verwischen wollen. Hier gebe es auch Parallelen zu einem Fall Frankreich.

Laut Erhart habe aufgrund der zahlreichen Traktor-Diebstähle "große Unruhe" bei den Landwirten geherrscht, "weil einfach die Schadenssummen sehr hoch waren". Der LKA-Leiter lobte bei der Pressekonferenz die Zusammenarbeit mit den ungarischen Kollegen und die "grenzüberschreitende Bürgerzusammenarbeit".

Landespolizeidirektor-Stellvertreter Generalmajor Werner Fasching kritisierte hingegen das Verhalten mancher Burgenländer: Die Bevölkerung gehe laut Fasching "teilweise sehr sorglos mit ihrem Eigentum um. Ich spreche da von ungesicherten Arbeitsgeräten, von Traktoren mit angestecktem Schlüssel, die auf den Feldern stehen, von offenen Wirtschaftsgebäuden und das rund um die Uhr, aber auch von Nebengebäuden bei Wohnhäusern, die nicht versperrt werden." Deshalb lege man sehr viel Wert auf Prävention.

Kriminalität seit 2004 zurück gegangen

Die Innenministerin wies bei ihrem Burgenland-Besuch mit Landeshauptmannstellvertreter Franz Steindl (ÖVP) im Hinblick auf den EU-Wahlsonntag auf die Kriminalitätsentwicklung hin: Es sei ganz klar zu sehen, "dass die Kriminalität im Vergleich zu früher um vieles zurück gegangen ist. Hatten wir im Jahr 2004 eine Kriminalität von 12.165 Delikten, haben wir heute nur eine Kriminalität von 10.256 angezeigten Delikten. Das heißt wir haben hier einen Rückgang der Kriminalität von 16 Prozent. Das heißt, das ist ein ganz klares Zeichen, dass gerade der Beitritt der Europäischen Union, der Beitritt unserer Nachbarn, dazu geführt hat, Kriminalität besser zu bekämpfen", sagte Mikl-Leitner und meinte, dass man ja in den vergangenen Jahren weitere Deliktsgruppen - u.a. Cyberkriminalität oder Handydiebstähle - dazubekommen habe.

"Auch das Schengener Informationssystem hat dazu geführt, dass wir so viele Daten zur Verfügung haben wie niemals zuvor. All das hilft uns, hier Kriminalität aufzuklären", so die Innenministerin. Sie zeigte außerdem auf, dass die Aufklärungsrate von 49 Prozent vor zehn Jahren auf aktuell 53 Prozent gestiegen sei.

Mikl-Leitner und Steindl nutzten den gemeinsamen Pressetermin, um sich bei den zahlreichen Feuerwehrleuten im Burgenland zu bedanken, die in den vergangenen Tagen Sturm- und Hochwasser-bedingt zu 371 Einsätzen ausrücken mussten. "Ich bin stolz, dass jeder 17. Burgenländer Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr ist", sagte Steindl. Was die Einsatzkräfte von 14 bis 20. Mai geleistet haben "war großartig", so der Landeshauptmannstellvertreter vor Journalisten.