Erstellt am 21. Mai 2013, 13:32

Traktordiebstähle: Polizei gibt Tipps. Etwa 15 Traktoren sind seit dem Sommer des Vorjahres im Burgenland gestohlen worden.

Der Schaden sei laut Polizei "immens", da der Wert einer Zugmaschine einen sechsstelligen Betrag erreichen könne. In Zusammenarbeit mit der Landwirtschaftskammer führt die Landespolizeidirektion deshalb Informationsveranstaltungen für Bauern durch, um ihnen Tipps zu geben, wie man wertvolles Gerät vor dem Zugriff von Dieben schützen kann.

In erster Linie gehe es darum, die Landwirte zu sensibilisieren, so Werner Gamauf, Leiter der Kriminalprävention im Burgenland. Mit der Wirtschaftskammer kooperiere die Exekutive beim Sicherheitsthema schon länger, nun werde dies auch bei den Landwirten angestrebt. Einen Großteil der gestohlenen Zugmaschinen habe man wieder ausfindig gemacht.

Für Traktoren gebe es keine Vollkaskoversicherung wie für Autos, zudem seien die Sicherheitsmaßnahmen bei den Zugmaschinen noch nicht auf dem Stand wie bei Pkw. Ein Traktor könne schon um die 100.000 Euro kosten: Zum Teil handle es sich auch um Spezialfahrzeuge, die bei Verlust nicht so einfach kurzfristig nachbeschafft werden könnten.

Landwirte sollten Traktoren, wenn sie nicht benötigt werden, einsperren und - soweit vorhanden - die Maschinenhalle nutzen, anstatt das Arbeitsgerät über Nacht draußen stehen zu lassen, rät der Kriminalist. Schon Türgriffe böten eine mechanische Sicherung: Traktoren seien oft gar nicht versperrt, obwohl Vorrichtungen dazu gebe: "Wenn so etwas vorhanden ist, dann zumindest einmal zusperren", so Gamauf.

Auch Tankdeckel sollten abgesperrt werden: "Immer wieder kommt es vor, dass gerade von solchen Maschinen auch Dieseltreibstoff abgezapft wird." Ratsam wäre weiters der Einbau einer mechanischen Sicherung - etwa eines Schalters, der die Zündung oder die Dieselzufuhr unterbricht.

Schließlich gebe es bereits viele Firmen, die Ortungssysteme - sogenannte GPS-Tracker - für Traktoren und Baumaschinen anbieten. Die Zusammenarbeit der Polizei mit den Herstellern habe dazu geführt, dass eine Firma bereits ab der Baureihe 2013 Wegfahrsperren ähnlich jenen für Pkw auch für Traktoren anbiete, schilderte Gamauf.

Mittlerweile würden Erzeugerfirmen bzw. Generalimporteure in Österreich von der Polizei dahin gehend sensibilisiert, dass sie womöglich gleich beim Verkauf eines Geräts auch ein Sicherheitssystem anbieten, so Gamauf. Die Reaktionen seitens der Hersteller von Traktoren auf die Anliegen der Polizei seien positiv: Ein Unternehmen sei selbst an die Ermittler herangetreten und hätten eine Schulung angeboten, um über Details der Kennzeichnung der Fahrzeuge zu informieren.

Bei GPS-Trackern gehe es um Summen von etwa 300 bis 500 Euro. Angesichts des Anschaffungspreises von Traktoren dürfte das nicht so sehr ins Gewicht fallen, meinte Gamauf. GPS-Tracker ließen sich zum Beispiel auf einen bestimmten Radius programmieren, in dem sich der Traktor bewegen kann, ohne Alarm auszulösen. Es gebe aber auch die Möglichkeit, das System so zu schalten, dass sofort bei gewaltsamem Öffnen der Tür die Alarmierung erfolgt.

Die nächsten Informationsveranstaltungen von Polizei und Landwirtschaftskammer finden am 28. Mai in Lackendorf und am 29. Mai in Nickelsdorf statt. Bisher hätten sich rund 30 Interessierte gemeldet, hieß es von der Landwirtschaftskammer.