Erstellt am 18. Juli 2013, 12:00

Türkischer Terrorist in Österreich festgenommen. Die österreichische Polizei hat am Dienstag einen weiteren mutmaßlichen türkischen Links-Terroristen verhaftet, der von den deutschen Behörden gesucht wird.

Der 32-jährige Özkan A. wurde bei einem Einsatz der Antiterroreinheit "Cobra" im niederösterreichischen Gablitz verhaftet, sagte der Sprecher des Innenministeriums, Karl-Heinz Grundböck, am Donnerstag. Es handelte sich um die Fortsetzung einer Aktion, die Ende Juni zur Verhaftung des 39-jährigen Yusuf T. in Wien geführt hatte. Damals wurden sechs Wohnungen in Wien und Niederösterreich durchsucht, auch jene von Özkan A. Die Polizisten trafen ihn damals aber nicht dort an, erläuterte Grundböck. Beim zweiten Versuch konnte er nun festgenommen werden.

Die beiden mutmaßlichen Angehörigen der linksextremistischen Vereinigung "Revolutionäre Volksbefreiungspartei/-front" (DHKP-C) sitzen nun in Wien in Auslieferungshaft, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, Nina Bussek, bestätigte. Die Polizeieinsätze fanden aufgrund eines deutschen Rechtshilfe-Ersuchens statt.

Yusuf T. und Özkan A. werden nämlich von der deutschen Generalbundesanwaltschaft mit einem Haftbefehl gesucht. Yusuf T. soll nach Angaben der deutschen Justiz als "hochrangiger Führungskader" der DHKP-C tätig gewesen sein und sich insbesondere um die Beschaffung finanzieller Mittel und ihre Weiterleitung an die Führung der Vereinigung gekümmert haben.

Die Razzia am 26. Juni war Teil einer konzertierten Aktion der deutschen, niederländischen und österreichischen Behörden gegen Angehörige der DHKP-C, die für die Errichtung eines marxistisch-leninistischen Systems in der Türkei kämpft. In Deutschland wurden damals dutzende Wohnungen und Vereinsräumlichkeiten durchsucht und vier türkische Staatsbürger, zwei Frauen und zwei Männer, festgenommen.

Die DHKP-C wurde im Jahr 1994 gegründet und wird für eine Vielzahl von Brand- und Sprengstoffanschlägen in der Türkei verantwortlich gemacht. Seit dem Jahr 2001 setzte sie nach Angaben der deutschen Generalbundesanwaltschaft wiederholt auch Selbstmordattentäter ein. Der jüngste schwere Anschlag der Terrororganisation fand im Februar statt. Bei einem Sprengstoffanschlag auf die US-Botschaft in Ankara wurden der Attentäter selbst und ein Wachmann getötet sowie drei weitere Personen verletzt.