Erstellt am 23. April 2014, 14:39

Ukrainische Banden stahlen 87 Autos. Bis zu 160 Autodiebstähle in Österreich und Nachbarländern zwischen Sommer 2012 und April 2013 sollen auf das Konto ukrainischer Banden gehen. In mehreren Ländern wurden bisher 30 Personen festgenommen.

Pressekonferenz. Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil, Innenministerin Johanna Mikl-Leitner und Kriminalisten-Bezirksinspektor Andreas Kösck (v.l.) im Rahmen der Pressekonferenz zu 17 Festnahmen nach Kfz-Diebstählen am Mittwoch im Innenministerium in Wien. APA-FOTO: BMI/ALEXANDER TUMA  |  NOEN, BMI/ALEXANDER TUMA (APA)
Das wurde am Mittwoch im Innenministerium in Wien bekannt gegeben. Den Verdächtigen wurden vorerst 87 Taten zugeordnet, 17 Festnahmen gab es in Österreich.

Erste Festnahme im Jänner 2013

Die Autodiebe hatten sich auf Kleinbusse und Kastenwagen der Marke Mercedes Benz spezialisiert. Der Gesamtwert der gestohlenen Fahrzeuge beträgt mehr als eine Million Euro, sagte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) bei der Pressekonferenz. Ermittelt wurde in Österreich, Ungarn, der Slowakei, Italien und Deutschland.

Andreas Köck vom Landeskriminalamt Burgenland berichtete, dass ab August 2012 eine große Diebstahlserie bei den betreffenden Mercedes-Modellen festgestellt worden sei. Im Jänner 2013 kam es dann bei einer Schwerpunktaktion zu einer ersten Festnahme. Der Verdächtige wurde bei einer Kontrolle in einem gestohlenen Fahrzeug angehalten.

35 Banden-Mitglieder wurden ausgeforscht

Insgesamt wurden im Zuge der Ermittlungen 35 Mitglieder der ukrainischen Banden ausgeforscht. 30 Männer wurden festgenommen, bei fünf weiteren sei die Beweislage für internationale Haftbefehle bisher noch zu dünn gewesen, erläuterte Köck.

Die Festgenommenen befinden sich teilweise bereits in Untersuchungshaft oder in Auslieferungshaft. Von den 160 Fahrzeugdiebstählen im In- und Ausland konnten den Tätergruppen bisher 87 nachgewiesen werden.

Die Banden seien perfekt organisiert vorgegangen, sagte Köck. Unter den 17 in Österreich gefassten Beschuldigten waren fünf Haupttäter, fünf Techniker und sieben Fahrer. Auf der Suche nach zu stehlenden Fahrzeugen und als Schutz vor Polizeikontrollen waren die Täter stets mit mehreren Autos unterwegs.

"Die Soko Kfz ist eine Erfolgsgeschichte"

Die gestohlenen Pkw wurden nach Ungarn gebracht, dort in Hallen zerlegt und weiter in die Ukraine transportiert. Auch fixe Käufer und Verkäufer waren in die Logistik eingebunden.

"Die Soko Kfz ist besonders im Burgenland eine Erfolgsgeschichte", hielt der burgenländische Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil fest. Auch Mikl-Leitner erläuterte, seit der Gründung der Einheit im Jahr 2009 sei die Zahl der Kfz-Diebstähle deutlich zurückgegangen.

Wurden damals noch 9.289 Anzeigen erstattet, so waren es im Vorjahr 5.141 Fälle. Die Aufklärungsquote stieg seit 2005 von 9,7 Prozent auf 12,9 Prozent