Eisenstadt , Neusiedl am See

Erstellt am 24. Oktober 2016, 14:31

von APA Red

50 Fahrräder gestohlen: Dieb (65) als Polizei-Spitzel?. Der Diebstahl von insgesamt 50 Fahrrädern im Nordburgenland ist am Montag zwei Ungarn im Landesgericht Eisenstadt vorgeworfen worden. Die beiden sollen die Räder in Ungarn verkauft haben.

Symbolbild Müllner  |  NOEN, Werner Müllner

Der Erstangeklagte legte ein umfassendes Geständnis ab, der zweite erklärte, er sei ein Spitzel im Auftrag der ungarischen Polizei. Das Urteil: zwei Jahre Haft sowie sieben Monate Haft, beides unbedingt.

"Spitzel"-Kontaktmann existent, aber bislang nicht erreichbar

Für Richterin Gabriele Nemeskeri war beim erstangeklagten 26-Jährigen erschwerend, dass er bereits wegen ähnlicher Delikte zu bedingten Haftstrafen verurteilt worden war. Er dürfte auch die meisten der Diebstähle begangen haben. Erst bei den letzten Diebestouren soll auch der 65-Jährige mit dabei gewesen sein. Laut seinen eigenen Aussagen stand er allerdings nur "Schmiere".

Er sei von einem ungarischen Polizisten beauftragt worden, den 26-Jährigen zu begleiten und herauszufinden, wohin dieser die Räder verkaufe, behauptete der 65-Jährige. Seine Neugierde habe ihn bewogen, auch beim Beutezug mitzugehen. Insgesamt vier oder fünf Mal sei er dabei gewesen, Rad habe er allerdings keines gestohlen.

Der Kontaktmann des 65-Jährigen bei der Polizei existiere zwar, man habe ihn aber bis jetzt nicht erreichen können, erklärte ein Zeuge der Polizeiinspektion Neusiedl am See. Für Staatsanwalt Roland Koch war die Spitzel-Geschichte "kompletter Holler", er regte daher eine unbedingte Haftstrafe an.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Der 65-Jährige nahm die Strafe von sieben Monaten unbedingt an, der 26-Jährige verzichtete nach Beratung mit seinem Verteidiger ebenfalls auf weitere Rechtsmittel. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.