Erstellt am 23. September 2015, 14:10

von NÖN Redaktion

Unermüdliche Helfer stützen Einsatzkräfte. Mehr als 20.000 Flüchtlinge am Wochenende, die Polizei rechnet demnächst mit weiteren 5.000 Personen pro Tag.

Hilfsbereit. Zahlreiche Freiwillige, wie hier in Wiesen, stellten sich in den Dienst der guten Sache.  |  NOEN, BVZ
Das Burgenland bleibt weiter im österreichischen Mittelpunkt der europäischen Flüchtlingsproblematik.

x  |  NOEN, Thomas Koch/shutterstock
Nach einem kurzen Aufatmen von Mittwoch bis Freitag kamen am Wochenende mehr als 21.000 Flüchtlinge nach Nickelsdorf, 10.500 waren es am Samstag, weitere 10.700 kamen am Sonntag über die ungarische Grenze.

Bis Dienstagfrüh (nach Redaktionsschluss) wurden an die 10.000 Personen erwartet. Die Situation vor Ort ist laut Polizei ruhig und gefasst, man bemühe sich, die Menschen, die sich in Schlangen anstellen, so rasch wie möglich mit Busse wegzubringen und die dafür notwendigen Unterkünfte zu organisieren, heißt es.

„Nickelsdorf bleibt der Hotspot“

„Es sind genügend Kräfte da, die Entlastung durch das Bundesheer ist spürbar und das Rote Kreuz hat ihr Feldspital wieder aufgebaut. Wir sind von Standby eben wieder auf Normal-Betrieb gegangen“, erklärt Polizei-Pressesprecher Helmut Marban.

Auch die Helfer in Nickelsdorf und die Gemeinde sind wieder im Einsatz. Ein Mega-Rückstau mit tausenden Flüchtlingen im Ort müsse auf alle Fälle vermieden werden, so Bürgermeister Gerhard Zapfl.

Dieser kritisiert die noch immer nicht vorhandene Kommunikation mit Ungarn: „Wir hatten alles abgebaut, jetzt hat sich die Situation wieder gedreht. Eine vernünftige Regelung muss her, die jetzige Situation ist einem vereinten Europa definitiv nicht würdig.“

„Nickelsdorf bleibt der Hotspot, im Vergleich dazu sind das in Heiligenkreuz Peanuts“, sagt Marban.

Drängereien in Heiligenkreuz

Tatsächlich blieb es im Landessüden weitgehend ruhig – abgesehen vom Freitag und Samstag. Da kamen nämlich überraschend 5.000 Schutzsuchende in Heiligenkreuz an und mussten stundenlang auf ihre Weiterreise warten.

x  |  NOEN, Michael Pekovics/BVZ
Aufgrund der langen Wartezeit kam es auch zu Drängereien und Auseinandersetzungen, am Sonntag wurden die Flüchtlinge dann in unterschiedliche ethnische Gruppen aufgeteilt, um weitere Aufregung zu verhindern.

„Angesichts der Menschenmassen gab es aber kaum nennenswerte Zwischenfälle“, sagt Pressesprecher Gerald Koller. Einige Flüchtlinge wurden sogar dabei beobachtet, wie sie den zurückgelassenen Müll aufsammelten.

Das kam auch den vielen freiwilligen Helfern gelegen, die nach wie vor unermüdlich dabei sind, die Flüchtlinge gemeinsam mit den Einsatzkräften zu versorgen. Aufgrund der anhaltenden Situation stellt sich allerdings die Frage, wie groß die vorhandenen Kraftreserven noch sind.

Derzeit ist geplant, das Sammelzentrum in Wiesen am Mittwoch aufzulassen. Die Oberwarter Messehalle bleibt als mögliche Notunterkunft aber weiter im Standby-Betrieb.