Eisenstadt , Jois , Strem , Wulkaprodersdorf , Weiden am See

Erstellt am 11. August 2017, 07:58

von APA Red

Rund 400 Feuerwehreinsätze wegen Sturm. Ein Sturm, der sich über alle Landesteile erstreckte, hat vielen Feuerwehren im Burgenland eine unruhige Nacht beschert.

zVg/Bernhard Deutsch

 Rund 400 Einsätze mussten die Helfer seit Donnerstagabend abarbeiten, teilte die Landessicherheitszentrale (LSZ) Burgenland heute, Freitag, mit. An die 170 Wehren waren im Einsatz, um Schäden zu beseitigen und Aufräumarbeiten durchzuführen.

Wir hatten über die Unwetter berichtet:

Aus dem Bezirk Eisenstadt hier in diesem Artikel

Aus dem Bezirk Güssing:

Aus dem Bezirk Neusiedl:

Aus dem Bezirk Oberwart:

Begonnen habe alles etwa gegen 21.45 Uhr, als im gesamten Burgenland heftige Sturmböen und Regenschauer einsetzten, berichtete Barbara Tader von der LSZ. Der Wind deckte Häuser ab, umgestürzte Bäume blockierten Straßen, es kam zu Stromausfällen. "Gegen 3.00 Uhr Früh haben wir dann eine Entspannung gespürt", sagte Tader.

Anfangs hatte sich das Unwettergeschehen noch auf das Mittel- und Südburgenland konzentriert. Im Nordburgenland habe es zunächst vereinzelte Einsätze gegeben, deren Zahl gegen Morgen hin dann jedoch anstieg. Oft wurden Schäden erst bemerkt, als die Menschen in der Früh ihre Häuser verließen.

Wulkaprodersdorf: Dach der Volksschule abgedeckt

Auch im Bahnverkehr gab es Unterbrechungen. Spuren der Nacht waren für viele Autofahrer sichtbar: auf den Straßen lagen Blätter sowie kleinere und größere Äste verstreut, die der Wind abgerissen hatte, Mülltonnen waren umgeworfen.

In Wulkaprodersdorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) etwa deckte der Wind das Dach der Volksschule komplett ab. Auch Klingenbach wurde von orkanartigem Sturm heimgesucht, der viele Bäume umstürzen ließ, berichtete die örtliche Feuerwehr.

25 Einsatzkräfte machten bis Mitternacht unter anderem die auf einer Länge von etwa 700 Metern immer wieder durch Bäume blockierte B17 wieder befahrbar. Auch in rund zehn Gassen mussten Bäume von der Straße geschafft werden. Um 6.00 Uhr alarmierte das Heulen der Sirene die Helfer dann erneut.

Ein umgestürzter Baum auf der B50 war für 22 Feuerwehrleute in Jois (Bezirk Neusiedl am See) der Auftakt zu rund 15 Einsätzen, die es abzuarbeiten galt. Der Sturm sorgte laut Feuerwehr im Ort für abgedeckte Dächer, entwurzelte Bäume, Äste und Bäume auf Straßen sowie auch für eine abgerissene Stromleitung.

Wegen des massiven Aufkommens an Telefonaten musste das Team in der Landessicherheitszentrale in Eisenstadt aufgestockt werden, berichtete Tader. Man habe nachalarmiert, weil eine solche Ausnahmesituation sonst nicht zu bewerkstelligen wäre. In der LSZ habe es ein sehr hohes Aufkommen an Anrufen gegeben, zeitweise "ein Dauerläuten" geherrscht.

In der Früh waren im Nordburgenland mehrere Feuerwehren mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Ausgerückt waren etwa Kräfte in Eisenstadt, Siegendorf (Bezirk Eisenstadt-Umgebung), Wulkaprodersdorf, Bruckneudorf (Bezirk Neusiedl am See) und Gols.

Landeshauptmann Niessl dankte den Einsatzkräften

Derzeit (Freitagvormittag) sind noch in 29 Orten überwiegend im Mittel- und Nordburgenland Aufräumarbeiten im Gange, die Lage hat sich laut Landessicherheitszentrale mittlerweile entspannt.

Landeshauptmann Hans Niessl dankte in einer Aussendung den Feuerwehren und allen Einsatzkräften und Helfern für ihren Einsatz: „Einmal mehr hat sich gezeigt, dass die Bewältigung einer solchen Situation nur mit der Hilfe der Feuerwehren im Burgenland im  Zusammenwirken mit allen Einsatzkräften und freiwilligen Helfern möglich ist. Mein großer Dank gilt allen, die viele Stunden unermüdlich im Einsatz waren.“