Erstellt am 17. Juni 2011, 14:50

Vater soll Tochter missbraucht haben. Weil er seine Tochter sexuell missbraucht haben soll, musste sich ein 51-jähriger Burgenländer am Freitag im Landesgericht Eisenstadt verantworten.

 |  NOEN, BilderBox.com (BilderBox - Erwin Wodicka)
Der Mann soll laut Anklage 1995 das damals fünf- bis sechsjährige Mädchen zu sich ins Bett geholt und sich von dem Kind im Intimbereich massieren haben lassen. Der Burgenländer bekannte sich nicht schuldig, der Prozess wurde zur Einholung eines Gutachtens durch eine Kinder- und Jugendpsychologin vertagt.

Dem mittlerweile pensionierten Mechaniker wird auch der Missbrauch eines Autoritätsverhältnisses vorgeworfen. "Das ist nicht passiert", wies der Mann bei seiner Befragung jede Schuld von sich. Der Verteidiger des 51-Jährigen ging auf die Vergangenheit der Tochter ein, mit der ihre Eltern "nie ganz klar gekommen" seien.

Dass das Mädchen als Kind missbraucht worden sein könnte, sei erstmals bei einer Untersuchung im Wiener Wilhelminenspital um das Jahr 2002 herum festgestellt worden. Damals war das Mädchen an Bulimie erkrankt. Es habe sich jedoch "herausgestellt, dass an diesen Mutmaßungen schlichtweg nichts dran ist", so der Anwalt. Das Mädchen kam danach in eine Wohngemeinschaft.

Auf die Frage, warum er glaube, dass seine Tochter solche Vorwürfe erfinde, erwiderte der Angeklagte: "Um sich an mir zu rächen." Die Vorwürfe seien "einzig und alleine ein Racheakt", argumentierte auch der Verteidiger.

Ältere Geschwister des Mädchens berichteten, dass es öfter Reibereien zwischen den Eltern gegeben habe. Der Vater, der bisweilen alkoholisiert nach Hause kam, habe die Mutter öfters kritisiert. Dabei sei es vor allem um die Ordnung im Haus gegangen. Die jüngere Schwester sei von einer Schulfreundin schlecht beeinflusst worden. So habe das Müädchen bereits in der Volksschule geraucht. Als es an Bulimie erkrankte, habe es sich komplett von der Familie zurückgezogen und sich tagelang im Zimmer eingesperrt.

Von den Übergriffen, die das Mädchen dem Vater vorwarf, hätten sie nichts mitbekommen. Ihre Schwester habe mit ihnen darüber auch nicht reden wollen, berichteten mehrere Geschwister. Richter Wolfgang Rauter, der Vorsitzende des Schöffensenats, vertagte die Verhandlung zur Einholung eines kinder- und jugendpsychologischen Gutachtens. Außerdem sollen Akten des Jugendamts beschafft werden, die nicht rechtzeitig zur Verhandlung beim Gericht eingelangt waren.

In Eisenstadt fand am Freitag auch ein zweiter Prozess wegen eines Sexualdelikts statt: Ein 43-jähriger gebürtiger Niederösterreicher war wegen des Besitzes kinderpornografischen Materials angeklagt. Auf einem Computer hatten Ermittler 170 Dateien mit einschlägigen Abbildungen unmündiger und mündiger Minderjähriger sichergestellt. Der Mann bekannte sich nicht schuldig. Das Urteil - sieben Monate bedingt - ist nicht rechtskräftig: Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab.