Erstellt am 13. Oktober 2010, 14:24

Vater und Sohn vergriffen sich an Schülerinnen. EKELHAFT / Pensionist machte sich die Mädchen mit Geschenken gefügig. Auch sein Sohn soll die Kinder begrapscht haben.

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VON ELISABETH KIRCHMEIR
BEZIRK NEUSIEDL / Wie ein netter, gemütlicher Opa wirkt der 61-jährige Pensionist, der am 9. April 2010 verhaftet wurde. Doch der Schein trügt: Der Angeklagte hat sich unzählige Male an drei Mädchen vergriffen, die Vertrauen zu ihm gefasst hatten.
Auch sein 39-jähriger Sohn saß vorige Woche auf der Anklagebank. Er soll sich ebenfalls an den Mädchen vergriffen haben. Im Gegensatz zu seinem Vater bestritt er vor Gericht die Taten.

Alle drei Opfer weisen intellektuelle Minderbegabungen auf, sie wurden nach dem Sonderschul-Lehrplan unterrichtet. Heute sind zwei der Mädchen 14 Jahre alt, eines ist erst 13. Dieses Mädchen war das erste, das in Kontakt mit der Familie des Pensionisten kam. Es leidet unter einer psychischen Störung, bei der die sprachliche Kommunikation stark beeinträchtigt ist. Die Gattin des Angeklagten betreute das Mädchen, sang und betete mit ihm. Als das Kind zu rauchen begann, brach die Frau den Kontakt ab. Das Mädchen besuchte weiterhin deren Gatten. Ab dem Schuljahr 2007/2008 soll es bei diesen Besuchen zu sexuellen Übergriffen gekommen sein.

Ein Jahr später gingen auch die beiden Freundinnen des Mädchens bei dem Pensionisten ein und aus. „Er war der Meinung, er werde sie wohl ein bisschen abgrapschen dürfen, denn sie bekamen Geld und Zigaretten von ihm“, berichtete Staatsanwältin Dr. Eva Brenner. Gemeinsam wurden Pornovideos betrachtet, dabei soll der Pensionist an sich selbst sexuelle Handlungen vorgenommen haben.

Der 61-Jährige gab zwar prinzipiell zu, die Mädchen berührt zu haben, das sei aber nur wenige Male passiert. „Einmal habe ich eines der Mädchen am Bauch massiert, weil sie sagte, sie habe Bauchweh“, erklärte er vor Gericht.

Auch der Sohn soll in Anwesenheit der Mädchen Pornofilme angesehen und die Mädchen begrapscht haben. Er bekannte sich nicht schuldig: „Ich habe kein Interesse an Mädchen, eher an wohlgeformten Damen.“

Die polizeilichen Ermittlungen waren ausgelöst worden, als die Polizei den Mann dabei ertappte, wie er im Wald gemeinsam mit zwei der Mädchen in seinem geparkten Auto saß. Eine Lehrerin sprach die Mädchen auf die Situation an: „Sie erzählten mir, dass ihnen der Pensionist häufig unter die Bluse und in die Hose griff. Ich glaubte den Mädchen.“

Die Mütter hatten teilweise überhaupt keine Ahnung, wo sich ihre Töchter aufhielten. „Aufgefallen ist mir nichts“, erklärte eine der Frauen.

Der Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richter Dr. Wolfgang Rauter verurteilte den Pensionisten wegen sexuellen Missbrauchs von Unmündigen zu zwei Jahren Freiheitsstrafe, davon 16 Monate auf Bewährung. Sein Sohn erhielt eine Bewährungsstrafe von einem Jahr. Der Senior nahm das Urteil an, die Staatsanwältin und der Junior gaben keine Erklärungen ab.