Erstellt am 14. Juli 2011, 17:30

Verlag erwägt "urheberrechtliche Überlegungen". Der Thomas Sessler Verlag, der die Erben nach der Bundeshymnen-Textdichterin Paula von Preradovic vertritt, erwägt "urheberrechtliche Überlegungen" nach einer erfolgten Umdichtung.

Man sehe zudem "derzeit keinen aktuellen Handlungsbedarf zur gendermäßigen Änderung der österreichischen Bundeshymne", hieß es zudem in einer schriftlichen Stellungnahme am Donnerstag. Der Thomas Sessler Verlag hatte sich bereits einmal gegen eine Textänderung an die Justiz gewandt, der Oberste Gerichtshof (OGH) sah eine solche allerdings als zulässig an.

Der Thomas Sessler Verlag erwartet sich im Sinne des Urheberrechts nun eine "koordinierte Vorgangsweise, sowie die Miteinbeziehung des Verlages in Gespräche bezüglich Änderungen und Modifikationen des Textes", so Verlagsleiter Ulrich N. Schulenburg in seinem knapp gehaltenen Statement. Er teilt die Argumentation von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V), der Bedenken bezüglich der Änderungen eines poetischen Textes einer Künstlerin angemeldet hatte.

Bereits 2010 hatte sich der Verlag in einen Rechtsstreit bezüglich einer geänderten Version der Bundeshymne begeben. Damals ging es um eine von Christina Stürmer gesungene Pop-Version der Bundeshymne, die Unterrichtsministerin Claudia Schmied (S) in einer PR-Kampagne einsetzte und in der ebenso von "großen Töchtern" gesungen wurde. Die Erben der Autorin Paula von Preradovic sowie der Verlag waren mit einer Unterlassungsklage vorgegangen und - erfolglos - bis zum OGH gegangen.

70 Prozent laut Umfrage gegen Umdichtung

Eine Mehrheit der Bevölkerung, 70 Prozent, spricht sich laut einer aktuellen OGM-Umfrage im Auftrag des "Kurier" dagegen aus, dass die "Töchter" in den Text der Bundeshymne aufgenommen werden, wie die Zeitung vorab berichtete. 68 Prozent wollen demnach auch nicht, dass eine komplett neue Bundeshymne in Auftrag gegeben wird.

Das deutliche "Nein" zur Änderung dürfte auch daher kommen, dass das Thema von 85 Prozent der Befragten als "weniger wichtig" eingestuft wird, schreibt die Zeitung.