Erstellt am 20. Dezember 2011, 15:37

Veruntreute Oberbank-Gelder: Erhebungen abgeschlossen. Die zweiten Weihnachten in Folge muss ein Ex-Mitarbeiter der Oberbank in Untersuchungshaft verbringen. Der Burgenländer soll laut Staatsanwaltschaft (StA) Eisenstadt Kundengelder in der Höhe von rund 8,2 Millionen Euro veruntreut haben.

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"Die Erhebungen der Polizei sind nun abgeschlossen", teilte Magdalena Eichinger, Sprecherin der StA mit.

Ein Mittäter aus Ungarn - er befindet sich ebenfalls in Eisenstadt in U-Haft - soll ein letztes Mal einvernommen werden, danach werde man die Anklageschrift verfassen. Ob diese geplante Einvernahme noch im heurigen Jahr stattfinden werde sei unklar. Auch der Prozessbeginn sei derzeit nicht absehbar, so Eichinger.

Am 21. Dezember 2010 gab das Geldinstitut in einer Aussendung bekannt, dass ein Eisenstädter Oberbank-Angestellter Kundengelder veruntreut und damit einen Schaden im einstelligen Millionenbereich angerichtet habe. Die Malversation sei eine Woche zuvor entdeckt, der Verdächtige fristlos entlassen und angezeigt worden. Seit 23. Dezember 2010 befindet er sich nun in Untersuchungshaft.

Klaus Ainedter, der Anwalt des Beschuldigten, nannte einen ungarischen Geschäftspartner als "Mittäter und Hauptbeschuldigten". Das Geld, das von Mai 2008 bis Dezember 2010 veruntreut worden sein soll, habe der Burgenländer in verschiedene Betriebe in Ungarn investiert. Die beiden Männer sollen eine Firma, die Lokale und Diskotheken betrieben habe, besessen haben, hieß es von der StA. Der Ungar soll den Ex-Bankangestellten mit Drohungen und durch Täuschungshandlungen dazu angehalten haben, Gelder aus der Bank zu nehmen.

Für den Geschäftspartner des Burgenländers klickten schließlich am 8. März in Budapest die Handschellen. Er wurde am 12. April nach Österreich ausgeliefert und befindet sich seither in der Justizanstalt Eisenstadt in Untersuchungshaft.