Erstellt am 14. September 2015, 18:06

von APA Red

Verwirrung um ungarische Sonderzüge und Busse. Erneut gibt es Verunsicherung rund um Sonderzüge und -busse für Flüchtlinge in Ungarn. Nach übereinstimmenden Berichten von Aktivisten und Augenzeugen räumten die Behörden am Montag die Flüchtlingslager im südungarischen Röszke an der Grenze zu Serbien.

 |  NOEN, Michael Pekovics
Ob die Menschen danach jedoch an die Grenze zu Österreich, oder aber in Lager transportiert wurden, darüber gab es widersprüchliche Angaben.

Wurden Leute in andere Landesteile gebracht?

Es gebe Berichte, wonach Flüchtlinge in Sonderzügen weggebracht worden seien, sagte der UNHCR-Sprecher für Zentraleuropa Babar Baloch gegenüber der APA. Nach Angaben von Polizisten am Bahnsteig geht es angeblich nach Hegyeshalom, wobei er dies nicht bestätigen könnte, sagte Baloch.

Auch Zsuzsanna Zsohar von der Hilfsorganisation Migration Aid erklärte, rund 8.000 Menschen seien mittels Bussen und Zügen in Richtung österreichische Grenze gebracht worden. Die ungarischen Staatsbahnen MAV bestätigte gegenüber der APA lediglich den Einsatz von Sonderzügen, wollten jedoch keine Angaben über deren Destination machen.

In zahlreichen ungarischen Medienberichten war hingegen die Rede davon, dass die Schutzsuchenden mittels Sondertransporten in Flüchtlingscamps in anderen Landesteilen gebracht worden waren. "Ich bin mir sicher, dass die Regierung die Menschen nicht zur Grenze, sondern in Lager bringt", sagte auch die Aktivistin Luca.

Statt nach Szentgotthard über die Grenze?

Des Rätsels Lösung könnte in einem Bericht des ungarischen Staatsfernsehens liegen: 2.000 Flüchtlinge seien am Montag in Bussen in eine am Sonntag eröffnete Sammelstelle in Szentgotthard, nahe Heiligenkreuz (Bezirk Jennersdorf), gefahren worden, hieß es dort. Sie seien jedoch nie angekommen, sondern hätten sich sofort auf den Weg über die Grenze in Österreich gemacht.

Dies wäre eine "offizielle Version", die auch die ungarische Regierung ohne allzugroßen Gesichtsverlust vertreten könnte: Eigentliches Ziel war ein Flüchtlingslager, das rein zufällig an der Grenze zu Österreich lag, die die Migranten dann überquerten.

Die Verwirrung war jedenfalls in den Nachmittagsstunden auch auf der österreichischen Seite weiterhin groß: Aus Ungarn gebe es immer wieder die verschiedensten Gerüchte und Zahlen hinsichtlich der Flüchtlinge, die noch ins Burgenland kommen könnten, sagte etwa der burgenländische Landespolizeidirektor Hans Peter Doskozil. "Ich versuche, das jetzt noch einmal zu verifizieren."