Erstellt am 27. Februar 2012, 06:46

Waffenschmuggel-Prozess in Kairo: Richter gilt als "fair und genau". Ein 32-jähriger Burgenländer muss sich ab heute, Montag, wegen Waffenschmuggels in Kairo vor dem Staatssicherheitsgericht verantworten.

In Kairo muss am Montagvormittag ein Burgenländer als mutmaßlicher Waffenschmuggler vor das Staatssicherheitsgericht treten. Hannes F. werden insgesamt sieben straf- und zollrechtliche Anklagepunkte vorgeworfen. Für den 32-Jährigen bedeute die erste offizielle Anhörung, "dass endlich etwas passiert, er vielleicht auch die Möglichkeit hat, selbst zu sprechen und ihm zugehört wird", so seine Ehefrau Lisa F. Der Burgenländer befindet sich seit 2. November in der ägyptischen Hauptstadt in Untersuchungshaft.

Mit vier Gewehren und 200 Schuss Munition reiste Hannes F. im November 2011 gemeinsam mit einem deutschen Kollegen in Ägypten ein. Der Burgenländer wollte sich mit einer Sicherheitsfirma selbstständig machen, die Bewachung eines Schiffstransport hätte der erste Auftrag sein sollen. Bei der Gepäckausgabe warteten die Zollbeamten und nahmen die beiden Männer fest. Nun sind Hannes F., der deutsche Kollege sowie zwei Ägypter angeklagt.

Beim Prozessauftakt werden zwei Vertreter der österreichischen Botschaft in Kairo als Beobachter dabei sein. Einerseits der "Betreuer" von Hannes F., der ihn seit Beginn der Untersuchungshaft regelmäßig im Gefängnis besucht hat, andererseits ein Mitarbeiter, der im Fall der Fälle und mit Erlaubnis des Gerichts auch als Dolmetscher einspringen könne. "Es ist nicht ganz klar, ob das mit dem Dolmetscher (vom Gericht bestellt, Anm.) klappt", erzählte Lisa F.

Für den ersten Tag erwarte sie sich nicht besonders viel, erklärte sie: "Es wird nicht allzu Aufregendes passieren." Lisa F. meinte, sie sei ein "bisschen aufgeregt" und "neugierig auf den Richter", der "sehr fair und sehr genau" sein soll. Außerdem sei sie gespannt, "den Anwalt in Action zu sehen". Der Verteidiger sei zuversichtlich und "ich bin es eigentlich auch", so die Frau des angeklagten Burgenländers.

Lisa F. reiste vergangenen Mittwoch nach Kairo, am Donnerstag durfte sie ihren Mann besuchen. Für ihn sei "das Ganze eine enorme psychische Belastung". Er sei "dementsprechend nervös", berichtete sie. Nach dem heutigen ersten Verhandlungstag werde sie ihn schon bald wieder besuchen können, freute sie sich. "Ich kann mir am Montag schon die nächste Genehmigung für einen Besuch von der Botschaft abholen, weil die Staatsanwaltschaft so entgegenkommend war."

Der Verteidiger geht laut Lisa F. von einem milden Urteil aus. Hannes F. könnte bereits in etwa drei Monaten wieder zurück in Österreich sein, meinte der Anwalt.