Erstellt am 27. Mai 2012, 15:11

Waffenschmuggel-Prozess in Kairo wieder vertagt. Der Prozess gegen den 32-jährigen Burgenländer Hannes F., dem in Ägypten Waffenschmuggel vorgeworfen wird, ist heute, Sonntag, erneut vertagt worden.

Als Termin für die nächste Verhandlung wurde der 23. Juni festgesetzt, teilten das österreichische Außenministerium und die Ehefrau des Burgenländers, der sich seit 2. November des Vorjahres in Kairo in Untersuchungshaft befindet, mit.

Ursache für die Vertagung war diesmal die kürzlich stattgefundene Präsidentenwahl. Der Richter informierte die Anwälte, dass der Prozess vertagt wird, so Nikolaus Lutterotti, Sprecher im Außenministerium. Die Gerichtssäle hätten bei der Präsidentenwahl als Wahllokale gedient und seien versiegelt.

Als sie am Vormittag ins Gerichtsgebäude gekommen sei, war der Verhandlungssaal versperrt, davor seien Polizisten gestanden, schilderte Ehefrau Lisa F.. Zunächst habe es geheißen, die Verhandlung finde woanders statt, weil im Saal Wahlurnen aufbewahrt würden. Nach eineinhalb bis zwei Stunden habe man dann die Auskunft erhalten, der Prozess werde vertagt.

"21 Fälle waren für heute angesetzt", berichtete Lisa F. Die anderen Verfahren seien auf Oktober vertagt worden, jenes gegen ihren Mann auf den 23. Juni: "Wenn es im Juni auch nicht zu einem Urteil kommt, dann wird es im Oktober weitergehen." In den Monaten Juli, August und September werde nicht verhandelt. Wenige Tage vor dem neuen Termin findet am 16. und 17. Juni in Ägypten die Präsidenten-Stichwahl statt.

Sie mache sich Sorgen, weil der Gesundheitszustand ihres Mannes "sehr bedrohlich" sei, so Lisa F. Der Besuch eines Vertrauensarztes der Botschaft sei bisher nicht zugelassen worden, schilderte Lisa F. "Bisher wurde das noch nicht genehmigt", so Außenministeriumssprecher Lutterotti: "Die Botschaft bemüht sich täglich, das zu ermöglichen."