Erstellt am 27. September 2012, 11:20

Waffenschmuggel-Prozess in Kairo: Zehnte Verhandlung am 27. November. Burgenländer sitzt seit 2. November 2011 in Ägypten in U-Haft, bei der neunten Verhandlung am Mittwoch kam er nicht zu Wort. Ehefrau ist "traurig, schockiert, sprachlos, fassungslos".

Seit 2. November 2011 befindet sich ein 32-jähriger Burgenländer wegen des Verdachts des Waffenschmuggels in Kairo in Untersuchungshaft. Am Mittwoch fand bereits die neunte Verhandlung statt. Hannes F. kam nicht zu Wort, sein Beweisverfahren ist bereits abgeschlossen, er wartet nur noch auf das Urteil. "Das fällt hoffentlich am 27. November, wenn der Prozess fortgesetzt wird", sagte Ehefrau Lisa F. am Donnerstag.

Vertagt auf unbestimmte Zeit, hieß es Mittwochnachmittag. Die Verhandlung wurde erneut abgebrochen und verschoben. "Ich bin traurig, schockiert, sprachlos und fassungslos", sagte Lisa F. Mehr als ein Jahr wird ihr Mann am nächsten Prozesstag im ägyptischen Gefängnis bereits verbracht haben. Drei Tage vor seinem 33. Geburtstag muss er wieder vor das Staatssicherheitsgericht treten.

"Hannes ist total verzweifelt. Er war sich gestern sicher, dass er nach Hause kann und alles zu Ende ist. Ihm haben einfach nur die Worte gefehlt", schilderte Lisa F., die von einem Vertreter der Botschaft über den Verhandlungsverlauf informiert worden war. Seit Prozessbeginn im Februar war sie bei fünf Verhandlungen dabei. Danach konnte sie ihrem Mann aus finanziellen und familiären Gründen (ihre Tochter ist schulpflichtig, Anm.) nur noch von zu Hause aus die Daumen drücken.

Ihr selbst gehe es nicht gut. Die Ungewissheit sei nicht auszuhalten. "Man lebt seit einem Jahr nur von Termin zum nächsten. Jedes Mal ist die Hoffnung da, dass es zu einer Entscheidung kommt, jedes Mal sind die Nerven angespannt. Die Anspannung ist auch körperlich zu spüren. Meiner Schwiegermutter geht es ähnlich."

Für die siebenjährige Stieftochter des Angeklagten ist die Situation sehr schwer zu verstehen. "Sie versteht nicht mehr, warum alles so lange dauert. Aber wie soll ich einer Siebenjährigen das erklären und einen Grund dafür nennen, wenn ich es selbst nicht verstehen kann?", so Lisa F.

Hannes F. war am 2. November 2011 wegen eines Auftrages zur Bewachung eines Schiffstransports mit vier deklarierten Gewehren und 200 Schuss Munition nach Ägypten gereist. Am Flughafen wurde er kurz nach der Landung festgenommen. Seine Frau hofft nun, dass ihr Mann nicht noch einen weiteren Geburtstag in Ägypten verbringen muss, sondern mit seiner Familie zu Hause darauf anstoßen kann.