Erstellt am 22. September 2012, 17:10

Wasserrettung übte mit Hubschrauber für Ernstfall. Ein Ausflugsschiff kentert, die Passagiere sind im Wasser und müssen gerettet werden.

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Wenn dies eintritt sind Einsatzkräfte auf die Hilfe aus der Luft angewiesen. Ein derartiges Szenario ist am Samstag am See in Neufeld an der Leitha geübt worden. Gemeinsam mit einem Hubschrauber, der vom Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellt wurde, haben etwa 30 bis 40 Mitglieder von Burgenlands Landesverbänden der Österreichischen Wasserrettung und Rettungshundebrigade, diesen Ernstfall geübt.

"Wir machen hier eine Hubschraubereinweisung für unser Personal, damit sie im Katastrophenfall wissen, wie sie einen Hubschrauber bei der Landung einweisen. Danach wird gezeigt, wie man einsteigt, wie man sich dem Gerät nähert und später erfolgt der Absprung ins Wasser. Das heißt, die Leute steigen in den Hubschrauber ein, werden auf den See ausgeflogen und müssen dort aus drei bis fünf Metern Höhe abspringen", erklärte Stefan Ferschich, Landesleiter der Wasserrettung.

Geübt wurde in zwei Teilen: "Im ersten müssen die Rettungsschwimmer zurückschwimmen. Im zweiten Teil wird das mit Windenbergung gemacht, bei der die Rettungsschwimmer mit Opfer aus dem See geborgen werden, in den Hubschrauber rein und mit dem Hubschrauber dann verbracht werden", so Ferschich.

Sowohl für Opfer als auch Retter ist die Übung ein wichtiges Training. "Die Opfer werden von Rettungsschwimmern aus dem ganzen Burgenland 'dargestellt', die Retter sind Personen unserer mobilen Einsatzmannschaft." Diese Mannschaft ist im Ernstfall jederzeit bereit und wird dann geholt, wenn es etwa einen Hochwassereinsatz gibt oder wenn im Fließwasser irgendein Ereignis ist, erläuterte er.

Den Vorteil einer Wasserrettung mit Unterstützung aus der Luft sei die Schnelligkeit, meinte Ernst Schügerl, Technischer Leiter der Burgenländischen Wasserrettung. "Wenn ein Ausflugsschiff kentert, kommt man mit dem Boot nicht so schnell hin. Je nach Luftfahrzeug kann man fünf bis 15 Leute absetzen und ist in kürzester zeit direkt am Einsatzort. Die Spanne von Rettung und Aufnahme der Opfer ist sehr kurz".

Dass das Geübte auch im "wahren Leben" erfolgreich umgesetzt wird, zeigte sich beim letzten, größeren Einsatz im Vorjahr, erinnerte sich Schügerl: "Jemand ist vom Boot gesprungen und hat eine Wirbelsäulenverletzung davongetragen. Die Bergung wurde dann in Kooperation mit dem Notarzthubschrauber Christophorus sowie mit der Feuerwehr und Polizei durchgeführt."

Der Landesverband der Wasserrettung zählt aktuell rund 200 Mitglieder, davon sind 70 aktiv, die Übrigen unterstützend dabei, sagte Ferschich. Im Burgenland gibt es zwei Einsatzstellen, eine in Jennersdorf und eine in Pöttsching, die wiederum je eine Ortsstelle in Oggau und am Neufelder See hat. Im Sommer ist der Neufelder See mit zwei Personen der Wasserrettung fix besetzt, der Steinbrunner See ein paar Kilometer weiter mit einer Person.

"Am Neusiedler See schauen wir, dass wir zumindest am Wochenende besetzt sind. Generell schrammen wir am personellen Limit." Es sei schwierig Leute zu finden, denn immerhin sei der Dienst freiwillig, erzählte Ferschich. In nächster Zeit will man sich besonders im Nordburgenland verstärkt um Nachwuchs aus der Jugend kümmern. Das Alter spielt aber ebenso wenig eine Rolle, wie das Schwimmtalent: "Man muss bei uns kein Profi sein. Es haben auch schon Leute bei uns erst das Schwimmen gelernt. Es ist jeder herzlich willkommen, uns zu unterstützen, damit wir unsere Hilfe besser abdecken können."