Erstellt am 02. September 2015, 06:22

von Bettina Eder

Wege der Hoffnung. Tausende Flüchtlinge sind aktuell über die sogenannte „Balkanroute“ nach Mittel- und Nordeuropa unterwegs.

Die Routen der Schlepper.  |  NOEN, BVZ
Selbst töten, sterben oder fliehen sind die Möglichkeiten, die viele derzeit haben. Knapp 60 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht vor Kriegen, Konflikten und Verfolgung.

Syrien-Krieg zwang zehn Millionen zur Flucht

Dies ist die höchste Zahl, die jemals von UNHCR (Flüchtlingskommissariat der UN) verzeichnet wurde, und sie wächst rasant, wie ein UNHCR-Bericht belegt.

Der Krieg in Syrien hat weltweit die meisten Menschen zur Flucht gezwungen, sowohl innerhalb (7,6 Millionen Binnenvertriebene) als auch außerhalb des eigenen Landes (3,88 Millionen Flüchtlinge). Es folgen Afghanistan (2,59 Millionen Flüchtlinge) und Somalia (1,1 Millionen Flüchtlinge).

Viele davon haben das Ziel Europa. Dabei versuchen die Flüchtlinge wegen des umstrittenen Dublin-Abkommens (siehe unten) – meist auch unter gefährlichsten Bedingungen – immer bis in jenes Land vorzudringen, in dem sie auch bleiben wollen.

Österreich war schon öfter Flüchtlingsland

Die meisten versuchen ihr Glück über das Mittelmeer und die Balkan-Route. Diese Route gilt als relativ sicherer Weg nach Westeuropa. Doch die traurige Entdeckung auf der A4 beweist das Gegenteil.

Hauptzielländer der Flüchtlinge sind meist Deutschland und Schweden. In Österreich suchten 2015 bis zum Stichtag 5. Juli insgesamt 29.409 Menschen um Asyl an – so viele wie im gesamten Jahr 2014. Allein im Juni wurden rund 7500 Asylanträge in Österreich gestellt. Die meisten flohen aus den Kriegsgebieten in Syrien, Afghanistan und dem Irak.

Österreich selbst war schon öfter ein Flüchtlingsland. So wurden in den 1990er-Jahren während des Bosnien-Krieges beispielsweise 90.000 Menschen aufgenommen, im Jahre 1956 waren es während der Ungarn-Krise sogar über 170.000.
 

Infos zum „Dublin-Akommen“

Dublin III Abkommen beziehungsweise „Dublin-Fälle“

Benannt nach dem Ort der Vertragsvereinbarung zwischen den EU-Staaten, sind unter anderem Asylverfahren von jenen Staaten abzuwickeln, in welchen der Flüchtling erstmals um Asyl angesucht hat. Zumeist ist das dann in jenem Staat an den EU-Außengrenzen, den der Flüchtling zuerst betreten hat.

In der Absicht, Asylverfahren einer Person in mehreren Ländern zu verhindern, führt das Dublin-Abkommen inzwischen zu einem Verschieben der Flüchtlinge zwischen den Staaten. Diese Fälle werden auch kurz als „Dublin-Fälle“ bezeichnet.

Quelle: Wikipedia