Erstellt am 24. Februar 2016, 11:32

von Birgit Böhm-Ritter

Wieder ein Wirt weniger. Elisabeth und Adrian Knöbl schließen das Traditionsgasthaus in Halbturn. Nur noch einige Monate geht es weiter.

Wirten aus Leidenschaft. Adrian und Elisabeth Knöbl sagen adé.  |  NOEN, Birgit Böhm-Ritter
“Ich kann es mir selbst noch gar nicht vorstellen, dass wir zusperren werden“, sagt Adrian Knöbl. Gesundheitliche Gründe zwingen den Wirten aus Leidenschaft aber zu diesem Schritt. Wann es genau so weit sein wird, will Knöbl noch nicht sagen, aber es wird vermutlich die letzte Saison für die Familie im Gasthof sein. Nach dem Betriebsurlaub, der bis 11. März angesetzt ist, geht es vorerst noch für einige Monate weiter. Dann soll aber Schluss sein. Auch mit den 14 Zimmern im Gästehaus.

Gästerückgang und neue Auflagen

Nicht nur gesundheitliche Probleme, sondern auch der Wandel im Tourismus und die immer strengeren gesetzlichen Auflagen machen dem Wirtenpaar zu schaffen. „Die goldenen Zeiten für kleine Gastronomie- und Tourismusbetriebe in der Gegend sind längst vorbei“, sagt Wirtin Elisabeth Knöbl. In den 80er und 90er Jahren hätten deutsche Gäste noch zwei Wochen Urlaub gemacht und ganze Busse seien gekommen, um die Landesausstellung im Schloss zu sehen.

Die Lage heute ist eine andere. Die Auslastung der Zimmer beträgt zehn Prozent. Ohne die vierzig bis fünfzig Hochzeiten, die im Halbturner Schloss stattfinden, würde die Nächtigungsstatistik noch schlechter ausfallen. Die meisten Zimmer werden von Hochzeitsgästen gebucht.

Knöbl: "Ein schwerer Schritt"

Trotz aller Schwierigkeiten ist es für die Knöbls ein schwerer Schritt, das Gasthaus zu schließen. „Dabei ist nicht nur ein Wermutstropfen, sondern ein ganzes Wermutsfassl“, sagt Adrian Knöbl. Nicht nur, dass ihm das Wirtedasein abgehen werde, es tue ihm auch besonders für seine Stammgäste leid.

Das Haus wird bereits in der dritten Generation von den Knöbls geführt. 1954 kaufte Jakob Knöbl, Adrians Großvater, nach 22 jähriger Pacht das Gasthaus von der Gemeinde. Am Morgen des nächsten Tages starb er. Der Betrieb wurde von Sohn Josef und dessen Gattin Anna weitergeführt. Seit 1980 arbeiten Elisabeth und Adrian Knöbl im Gasthaus.

Nun heißt es für die beiden bald Abschied nehmen: „Das wird uns schwerfallen. Wir freuen uns aber darauf, viel Zeit mit unseren Enkelkindern verbringen zu können.“